Comic-Kritik: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden

Vorwort: Kollege Hans vom Berryblog hat mich drauf hingewiesen: Eigentlich gibt es viel zu wenig Comic-Blogs in Deutschland. Hey, ich mag Comics, ich hab Comics und ich hab ein passendes Blog. Also, warum probier ich es nicht. Noch eine Anmerkung: Bei sowas bietet sich natürlich ein Affiliate-Link an, die zu Amazon sind aber freiwillig, ich werde immer beides verlinken und den Affiliate-Link separat kennzeichnen.

Meine erste Wahl mag ein wenig komisch erscheinen, schließlich liegen hier auch noch Preacher, From Hell, The Boys, Darkest Night usw herum. Aber die Comics rund um Onkel Dagoberts ersten Kreuzer und wie er sein Vermögen gescheffelt hat, hatten es mir bereits angetan, als ich noch (sehr) jung war. Ich hab mir jede Micky Maus geholt und hab in der Bücherei die einzelnen Hardcover verschlungen.

Kurz zur Hintergrundgeschichte: Onkel Dagobert, oder Uncle Scrooge im englischen Original, ist einer der essentiellen Charaktere im Disney-Universum. Er ist der kauzige, geizige aber im Innernen herzensgute Milliadär, der Entenhausen am Leben erhält. Erschaffen wurde er von Carl Barks, aber es war Don Rosa, der den Auftrag erhielt, der über Jahrzente verstreuten Geschichte einen Hintergrund zu verpassen. Zwischen den Jahren 1991 und 1993 zeichnete Rosa insgesamt 12 Kapitel mit Hintergrundgeschichten, dazu kamen noch einmal acht Bonuskapitel, welche die einzelnen Fakten weiter ausführen.

Ich beziehe mich in der Besprechung auf die gebundene Ausgabe, in der alle Geschichten mit weiteren Erklärungen und Hintergrundinformationen zusammengefasst sind (29,95 Euro bei Amazonalternativer Affiliate-Link).

Die Geschichte beginnt im schottischen Hochmoor, in dem der junge Dagobert von seinem Vater erklärt kriegt, wie und warum der Clan der Ducks seinen Reichtum verloren hat. Von dort geht es zur ersten großen Station, Glasgow, wo der junge Bertel seinen ersten eigenen Kreuzer verdient – zudem wird erklärt, warum ein schottisches Kind eine amerikanische Münze erhält. Nach dem ersten Kapitel geht es auf eine wilde Tour, zum Missisipi, in die Badlands, Montana, zurück nach Schottland um die Duckenburgh zu retten, zum Transversal, nach Australien, und endlich, endlich nach Alaska.

Ab Kapitel VIII, Der Einsiedler am White Agony Creek, geschieht die Wandlung vom einfachen Abenteurer hin zum Millionär und Milliadär. Dazu gehören zwei Bonuskapitel, es ist die einzige Storyline, die zwei Zusatzkapitel, na gut, eigentlich drei, erhält. Legendär ist auch Kapitel IX, in dem erstmals das Fähnlein Fieselschweif auftritt und man außerdem erfährt, woher Dagoberts Neffe Donald eigentlich sein Temperament hat.

Rosa schaffte es auf knapp 490 Seiten, die komplette Geschichte rund um Dagobert aufzudröseln – und das so gut, dass es immer wieder Spaß macht sie zu lesen. Jedes einzelne Panel ist im klassischen Disney-Stil gezeichnet und wunderbar koloriert. Die Geschichten sind – durch die Bank – unterhaltsam und spannend. Insgesamt sind sie ein wenig erwachsener als man bei einem klassischen Kinderhelden denkt, auch nach dem Jungendalter kann man mit dem Buch eine gute Zeit verbringen. Zu meinen Favoriten gehören definitv die Alaska-Storys am White Agony Creek, vor allem das spätere Bonuskapitel „Der letzte Schlitten nach Dawson“.

Die Geschichten setzen nicht unbedingt viel Vorwissen des Duck-Universums voraus, man kann auch durchaus damit einsteigen, sieht dann Onkel Dagobert aber möglicherweise später mit anderen Augen.

Fazit: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden ist eigentlich kein normales Comic mehr, aufgrund des Umfangs und der zusammenhängenden Geschichten kann man damit schon von einer Graphic Novel reden. Der Band ist einer der wenigen, die ich auf Deutsch besitze – die deutsche Übersetzung ist sehr gut gelungen, Disney oder Ehapas Lektoren haben sich richtig Mühe gegeben. Wer 29,95 Euro übrig hat und sich oder einem Duck-Fan eine Freude machen will, der kann in jedem Fall zuschlagen.

Disney's Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden (Quelle: Amazon)
Disney's Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden (Quelle: Amazon)

Über Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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