Die aktuelle Vorabversion von Firefox (4 Beta 11) bringt erstmals das Do not Track Feature mit. Dieses soll verhindern, dass Anbieter den Nutzer über mehrere Seiten verfolgen und so ein Profil erstellen. Das soll so ablaufen: Sobald der Nutzer die Do not Track Option aktiviert, erhält der Betreiber der Seite die entsprechende Information. Diese gibt er an etwaige Ad-Netzwerke weiter, die dem Nutzer dann nur Werbung anzeigen, die nicht über Tracking-Funktionen verfügt.
Das klingt in der Theorie alles wunderbar. Mich stört dabei allerdings eines: Warum sollte ein Seitenbetreiber dies tun? Was bringt es ihm – außer möglichen Umsatzeinbußen? Zudem muss eine weitere Kommunikation zwischen dem Seitenbetreiber und dem Anbieter der Werbung eingerichtet werden. Das ganze System setzt auf einen Ehrenkodex, von dem ich mir nicht sicher bin, ob er überhaupt vorhanden ist.
Ein weiteres Problem: Wie erfährt der Nutzer, ob seine Maßnahme eine Wirkung zeigt? Klar, man kann die Funktion aktivieren, aber wenn der Betreiber dies ignoriert, was dann? Ist die Seite dann rot? Ähnlich wie bei einem fehlerhaften HTTPS-Zertifikat? Und wie viele Nutzer würden das einfach ignorieren?
Im Download-Blog mutmaßen sie, dass die amerikanische FCC möglicherweise entsprechender Regeln erlässt – ob das allerdings schnell genug erledigt wird und ob die Vorgaben auch entsprechend umgesetzt werden, ist allerdings fraglich.
So gerne ich Mozilla und Firefox mag, dem Do Not Track Header gebe ich nicht wirklich eine Chance. Ich bin aktuell der Meinung, dass Microsoft mit dem Tracking Protection System deutlich besser liegt – weil hier der Nutzer selbst entscheiden kann, welche Dienste er zulässt und welche nicht.

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