WordPress, Ad-Blocker, Tracker und Statistiken

Aktuell haben zahlreiche Verlage eine Petition laufen (das ist noch das freundlichste Wort im Web), dass der Nuzter bitte seinen Werbeblocker ausschalten möge, weil man ja Geld verdienen will. Ich will gar nicht groß drauf eingehen, dass die Verlage unter anderem am Aufstieg der Werbeblocker schuld sind (wahlweise durch Pop-Overs, -Unders und sonstigen Quatsch), das machen bereits andere. (Die Gegenseite stellt Herr Patalong von Spiegel Online dar. )

Nein, dieser Beitrag dreht sich um Tracking. Ich persönlich nutze keinen Ad-Blocker, auch die großartige .Hosts-Datei hab ich wieder deaktiviert. Ich blende die meiste Werbung automatisch aus und Seiten, die mich zu sehr nerven, besuche ich nicht mehr.

Allerdings ist Tracking dagegen ein ernstes Problem, zumindest halte ich es dafür. Denn dann landen meine Surfdaten in irgendwelchen, komplett undurchsichtigen Abteilungen, gerne auch im Ausland, die sich dann einen Scheiß um Datenschutz kümmern. Und während Tracking früher etwas komplexer war, haben die Angebote inzwischen rapide zugenommen. Glaubt ihr nicht? Dann installiert einfach mal die Erweiterung Ghostery im Browser eurer Wahl und macht euch auf eine Überraschung gefasst.

Das Problem dabei ist, dass man sich mit vielen externen Diensten auch gleich den Tracker ins Haus holt. Hier auf Nerd-Supreme beispielsweise passe ich eigentlich genau auf, was installiert wird (kein Google Analytics, etwa). Aber trotzdem hatte ich heute eine Überraschung.

Denn plötzlich tauchen hier immer wieder Dienste auf, die ich eigentlich nicht möchte. Aber von vorne. Folgende Dinge habe ich tatsächlich aktiv installiert:

  • Disqus: Das Diskussionsystem. Ich finde, dass die Vorteile von Disqus die Nachteile aufwiegen.
  • VG Wort: Dieses Zählpixel meldet bei einigen, längeren Einträgen die Besucher an die VG Wort. Kommen genügend Besucher im Jahr zusammen, kriege ich Geld. Das ist eher eine Spielerei, wirklich gebracht hat es wenig.
  • Piwik: Mein Hauptanalysesystem. Open Source und liegt auf meinem Server. Daten davon nutze ich nur intern. Und ihr könnt euch abmelden.

Dann tauchen aber plötzlich andere Dinge auf, die ich so nicht geplant hatte:

  • Quantcast: Neben Piwik habe ich zusätzlich das WordPress Statistik-Tool aus dem Jetpack installiert. Und das schleppt scheinbar Quantcast als Tracker mit ein, der fröhlich Nutzer ausspioniert. Nicht schön.
  • ScoreCard Research Beacon: Das habe ich gerade gesehen und scheinbar ist es ebenfalls ein von einem WordPress Plugin geliefertes Tracking-Dingens.

Was also tun? Ich werde versuchen, die Tracker hier Server-Seitig zu deaktivieren. Ich mag die Dienste, allerdings ist es mir diesen Unfug nicht wert. Sorry, das war nicht beabsichtigt, eigentlich will ich euch so wenig wie möglich zumuten (deswegen gibt es auch kein „poste das auf Facebook“ Link, das ist die Schnüffelei einfach nicht wert).

Was könnt ihr tun? Ganz einfach, selbst aktiv werden. Nutzt Ghostery um gezielt zu blocken oder setzt auf den IE samt Tracking Protection Listen (die vom Fraunhofer Institut kann ich empfehlen). Werbung gerne, aber Tracking, noch dazu intransparent, das geht nicht.

 

Über Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

Ein Kommentar

  1. Danke für den Artikel, der Ausverkauf persönlicher Daten ohne jeglichen Mehrwert für diejenigen, die Daten ja erst generieren geht in dieser Debatte völlig unter. Ich hoffe, dass das Augenmerk auf Tracking demnächst auch in den Mainstreammedien selbst etwas größer wird.

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