Ankündigung: Jetzt mit Leistungsschutzrecht-Blocker

Das Leistungsschutzrecht ist ein schönes (und äußerst trauriges) Beispiel für die Lobbyarbeit von Branchen, denen sonst nichts einfällt. Und für die Macht von einzelnen Unternehmen und ihren Einfluss auf die Politik.

Dazu kommt: Das Ding ist schon jetzt eine Katastrophe und wird nicht nur von mir, sondern auch von diversen Experten als gescheitert empfunden. Ein Beispiel? Eigentlich sollte der Quatsch seit dem ersten August in Kraft sein, Unterstützer wie Springer oder Burda sind aber weiterhin (freiwillig) bei Google News, ohne dass der Konzern einen Cent abdrückt.

Dafür werden clevere Dienste, etwa Rivva, beschnitten (wobei ich den Verlust von Welt, Bild und Co jetzt nicht als so tragisch für das Internet sehe).

Ich fürchte allerdings, dass dies erst die erste Welle ist. Unvermeidlich ist, dass als nächstes irgendwelche „Anwälte“ aus ihren Löchern kriechen, um Leute abzumahnen. Ihr haltet das für Unfug? Dann schaut euch mal an, was teilweise bei der Impressumspflicht abgeht. Da kommen „Anwälte“ (ich setze das mal in Anführungszeichen, weil diese Leute zwar die Buchstaben aber nicht den Sinn des Gesetzes verstehen) – natürlich nur, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden. Ich mag solche Leute nicht. Ich halte sie für so nützlich wie Fußpilz.

Um hier entsprechend einen Riegel vorzuschieben und nicht aus Versehen auf Magazine zu verlinken, die das eigentlich nicht mögen (denn nichts anderes sagt das LSR) habe ich ein neues Plugin  installiert und aktivert – den LSR-Stopp von D-64.

Das Plugin funktioniert angenehm einfach: Hier ist eine Blacklist, auf der stehen alle Zeitungen, die sich aktiv für das LSR einsetzen (und entsprechend keine Ahnung haben, wie das Web funktioniert). Sollte ich hier versehentlich einen Link zu diesen Leuten eingebaut haben, leitet das Plugin automatisch auf eine Info-Seite weiter. Von dort könnte man dann direkt auf den Link hüpfen oder das Ding einfach ignorieren.

Meine Meinung zum LSR kommt hier vielleicht raus: Ich halte es für absoluten Unfug und sogar schädlich fürs Web. Damit wird Lobbyarbeit für eine Industrie betrieben, die bislang jeden Fortschritt verschlafen hat (ähnlich wie beim Kohlepfenning). Die Verlage, die es so großartig unterstützt haben (allen voran Springer und Burda) werden meiner Meinung nach nichts daraus gewinnen, im Gegenteil. Und die CDU/CSU-FDP-Koalition hat mir zumindest genau gezeigt, wer die netten Partys sponsort.

 

Über Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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