Das Aufwachsignal der Rosetta-Sonde (Quelle: ESA)
Das Aufwachsignal der Rosetta-Sonde (Quelle: ESA)

ESA-Sonde Rosetta ist aufgewacht

Etwas außerhalb der normalen Artikel, aber: gibt es für Nerds wirklich ein Thema, das so interessant ist wie die Raumfahrt? Eben. Und die aktuelle Meldung der ESA ist einfach zu cool, um sie so ungesehen liegenzulassen.

Also: Gestern, am 20.01.2014 um 19:18 unserer Zeit hat das ESA-Zentrum in Darmstadt das Aufwachsignal der Rosetta-Sonde empfangen.

Warum ist das so eine faszinierende Meldung? Ganz einfach: Rosetta ist für 31 Monate durchs All geflogen, ohne dass ein Funkkontakt bestand. Die Sonde wird nur von Solarsegeln betrieben, nicht verzichtet also auf den nuklearen Antrieb, den viele andere Sonden nutzen. Der Nachteil: Die Stromversorgung ist begrenzt und ein Großteil der Energie muss darauf verwendet werden, die Drohne auf Betriebstemperatur zu halten.

 

Aktuell ist Rosetta im Orbit um einen Asteroiden, ungefähr 673 Millionen km von unserer Sonne entfernt. Hier ist, so die ESA in der Pressemeldung, die Sonne wieder stark genug, um genügend Energie zu liefern, damit die Systeme hochgefahren werden können.

Theoretisch zumindest.

Tatsächlich wussten die Wissenschaftler nicht, ob das so alles klappt. Rosetta hat vier Quarzwecker an Bord, zwei davon mussten „klingeln“ damit die Sonde aufwacht. Gestern um 18:30 hätten die Wecker klingeln sollen und die Bootsequenz starten müssen. Ein ausgeschicktes Signal hätte dann etwa 45 Minuten später die Erde erreichen müssen – und tatsächlich 19:18 ist da ziemlich gut innerhalb dieser Eckpunkte.

Fassen wir also zusammen. Wir können jetzt:

  • Sonden in die Tiefe des Alls schicken, die den kompletten Flug quasi autonom durchführen, während sie gleichzeitig die wichtigen Systeme kontrolliert und auf Betriebstemperatur hält.
  • Dabei muss keine direkte Kommunikation mit der Bodenstation erfolgen – selbst für Monate und Jahre kann das System auf sich selbst gestellt sein.
  • Wenn die Sonde im Zielbereich ankommt, kann sie sich selbstständig wieder starten und Daten zurückschicken.

Wie cool ist das denn bitte? Wenn wir es jetzt schaffen, die Preise runterzubringen, könnten wir eine ganze Armada an Sonden rund um die Erde ausschicken, um etwa die vom Kepler-Teleskop gefundenen Planeten anzufliegen. Ja, das wird dauern, aber es ist einfach eine coole Idee.

Und was macht Rosetta als nächstes? Oh, nicht viel: Nur einen Rover auf einem im All treibenden Asteroiden absetzen. Ist die Weltraumtechnik nicht cool?

Bildquellen:

ESA

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

2 Kommentare

  1. Dieses „Weltraum-Zeug“ ist wirklich unheimlich cool!

    Ich finde den Namen Rosetta nur äh unglücklich gewählt vor allem wenn sie aus Darmstadt gesteuert wird.

    Ja ich weiß, Präpubertärer Humor. 😉

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