tor-teaser

Synology Tor Relay: Konfiguration ohne Neuinstallation anpassen

Ich hab seit einiger Zeit ein Tor Relay auf meiner Synology laufen. Bislang geht das sehr gut, so gut, dass ich meinem Relay mehr Bandbreite zuweisen möchte (und gleich noch OnionTip ausprobieren will). Ich will es dazu nicht deinstallieren und neu starten, sondern einfach die Konfiguration direkt auf der Synology ändern. Und das geht so:

Zuerst stopp ich meinen laufenden Server über das Paketzentrum der Synology NAS. Anschließend verbinde ich mich per SSH auf das System (das Synology-Wiki hat eine gute Anleitung dafür). Normalerweise wird dafür immer Putty empfohlen, ich persönlich mag aber den BitVise SSH Client lieber, da sind ein paar Funktionen bequemer gelöst.

Tor legt, egal auf welchem System, alle Informationen in der Datei „torrc“ ab. Auf meiner Synology ist das die Datei unter dem Pfad /volume1/@appstore/TorRelay/etc/tor/torrc abgelegt. Ihr findet Sie nicht? Kein Problem, gebt einfach „find / -name torrc“ (ohne Anführungszeichen) ein und die Kommandozeile sollte euch nach kurzer Zeit den passenden Pfad auswerfen.

Um die Datei anzupassen nutze ich vi. Ja, es gibt bequemere Editoren, aber der ist nunmal dabei und, ganz ehrlich, so schwer ist es auch nicht. Also, direkt vom /-Verzeichnis lautet der notwendige Befehl:

vi /volume1/@appstore/TorRelay/etc/tor/torrc

Anschließend solltet ihr eure aktuelle Konfiguration sehen, wie hier in meinem Screenshot (ein paar Daten sind zensiert, aber die sind für das Tutorial hier unwichtig)

Die TOR-Konfiguration in vi
Die TOR-Konfiguration in vi

So. vi. Ein kurzes Intro zu diesem Editor (wirklich kurz, genau genug, um das Tutorial zu machen): vi hat zwei Modi, den Befehlsmodus und den Editiermodus. Um etwas zu ändern, müssen wir in den Editier-Modus, dazu drückt ihr die Taste „i“ (Ohne Anführungszeichen, die sind nur dazu da, den Befehl hervorzuheben). Unten Links solltet ihr jetzt sehen, dass sich das Zeichen „-“ in „I“ verwandelt hat.

Ab jetzt könnt ihr euch mit den Pfeiltasten bewegen und den blinkenden Cursor verschieben. Wo es blinkt könnt ihr schreiben.

Ich verdopple zunächst alle Werte in „BandwithRate“, „RelayBandwithRate“, „BandwithBurst“, „RelayBandwithBurst“ und „MaxAdvertisedbandwith“. Ich will mich langsam herantasten und sehen, wie viel Bandbreite ich für TOR abzwacken kann.

Außerdem würde ich ganz gerne mal OnionTip ausprobieren. Dazu hänge ich hinter meine Kontakt-Email meine Bitcoin-Adresse an (wen es interessiert, sie ist 12LHz9pQtpmyE2HAR8pdUGCE8rDhLg9XGM )

So sieht das Ganze jetzt aus:

Die neue Konfiguration für mein Tor Relay
Die neue Konfiguration für mein Tor Relay

Im nächsten Schritt wird die Datei abgespeichert. In vi wechselt man dazu zunächst mit „ESC“ (wieder ohne Anführungszeichen) wieder in den Befehlsmodus (unten Links sollte wieder ein „-„ zu sehen sein). Anschließend tippt ihr „:wq“ (auch hier, oh Wunder, ohne Anführungszeichen)  und drückt Enter. Der Doppelpunkt gibt an, dass jetzt ein Befehl kommt, w steht für „Write“, q für „quit“. Wenn jetzt unten links wieder der Name eurer NAS steht, hat alles soweit geklappt (seht ihr, vi ist gar nicht so schwer. Also für den Anfang. Hüstel. Wer mehr wissen will, ich fand das Tutorial von HowToGeek sehr hilfreich). Ab ins Paketzentrum, TorRelay wieder starten. Es sollte etwas dauern, bis der Server wieder im TOR-Netzwerk aktiv ist, ab dann sollte aber mehr Bandbreite zur Verfügung stehen.

War das einigermaßen verständlich? Habt ihr Fragen oder Anregungen? Dann in die Kommentare damit.

Bildquelle des Teasers: TorProject

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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