Gin-Tonic-Teaser

[Rezept] Tonic Water selbst gemacht

Ich liebe Gin Tonic und ich liebe ordentliches Tonic Water. Warum also nicht selbst einen Tonic-Sirup basteln? Tatsächlich ist es einfacher, als man so denkt.

Im Rahmen der aktuellen Gin-Welle gibt es nicht nur massig Sorten zur Auswahl, auf der Welle reiten auch die Hersteller von Tonic Water, mindestens fünf fallen mir spontan ein. Das wirkt zunächst nach viel zu viel, tatsächlich kann man aber ganz gut einzelne Gins mit unterschiedlichen Tonic Watern kombinieren (probiert etwa mal einen Monkey 47 mit der Light-Version, Wahnsinn).

Wo ist also das Problem? Ganz einfach: Gute Tonics sind teilweise unverschämt teuer, zudem gibt es sie nicht überall. Die Lösung: Selber einen Tonic basteln.

Selbst gemachter Tonic Water Sirup
Das Ergebnis zuerst: So sieht der Sirup fertig aus

Was kommt rein?

Um das Tonic Water zu basteln, gehe ich den Sirup-Weg: Sprich, alle Zutaten werden konzentriert und mit einem Zuckersirup gemischt. Das Konzentrat wird anschließend mit einem sprudeligen Mineralwasser und dem Gin gemischt.

Chinarinde
Die Chinarinde, direkt aus der Packung – es ist tatsächlich Rinde.

Die Hauptzutat von Tonic ist Chinin – der Stoff ist der Grund für die Bitterkeit und die Leuchtfähigkeit unter UV-Licht. Reines Chinin bekommt man bei uns schwer, aber Chinarinde (aus der Chinin gewonnen wird) kann jede Apotheke bestellen.

Um an den Tonic-Sirup zu kommen, habe ich ein paar Rezepte aus dem Web ausprobiert, mein Favorit ist das Rezept von Pinch and Swirl.

Zitronensäure
Die Zitronensäure, ein weißes, sehr sauer schmeckendes Pulver. Aber es hilft beim Extrahieren der Geschmackstoffe.

Neben der Chinarinde hab ich Zesten (also die Schalen) von Limetten, Orangen und Zitronen zugegeben, dazu noch Zitronensäure (die gibt es auch in der Apotheke) sowie Zitronengras. Die Pinch and Swirl Leute haben dazu noch eine Alternative, bei der sie auch Lavendelblüten, Kardamom und Piment hinzugeben – das klingt ziemlich gut und wird wahrscheinlich in meiner Version 2 drin sein.

Kaltextraktion ftw!

Nachdem ich beim ersten Versuch die Zutaten heiß aufgekocht habe – mit mäßigem Erfolg, das war mehr Bitter Lemon als Tonic Water – versuche ich diesmal eine kalte Extraktion der Geschmacksstoffe. Einfach gesagt: Alles in ein Glas, Wasser drauf und ab in den Kühlschrank. Über 3 bis 5 Tage lösen sich die Geschmacksstoffe aus dem Zutaten und sind dann im Wasser enthalten.

Die Kaltextraktion dauert ein paar Tage, der Geschmack ist es aber in jedem Fall wert.
Die Kaltextraktion dauert ein paar Tage, der Geschmack ist es aber in jedem Fall wert.

Der nächste Schritt ist das Säubern des Konzentrats: Dazu habe ich die Inhalte des Glases in mehreren Stufen gefiltert: Zuerst mit einem normalen Sieb, anschließend mit einem Kaffeefilter und danach mit einem dreifach gefalteten Küchentuch. So kann man in jedem Schritt Pflanzen- und Schwebeteile entfernen und ein klares und bernsteinfarbenes Konzentrat.

Konzentrat + Zuckersirup = Tonic Water Grundstoff

Das Konzentrat ist da, jetzt kommt der Zuckersirup dazu. Der ist relativ einfach zu machen: Zwei Teile Zucker und ein Teil Wasser, kurz aufkochen und fertig. Sprich, wenn ihr 500 Gramm Zucker nehmt, benötigt ihr 250 Gramm (oder ml) Wasser. Wenn der Sirup richtig schön eingekocht ist (die Konsistenz erinnert an Tapetenkleister) lasst ihr ihn abkühlen und mischt ihn anschließend mit dem Konzentrat. Füllt euren Tonic Sirup in Flaschen ab (die ihr vorher idealerweise sterilisieren sollt, einfach etwa 20 Minuten bei 150 Grad im Ofen).

Mehrfach gefiltert und mit einer schönen Farbe - allerdings noch ohne Zuckersirup und ziemlich herb. Mein Tonic Water.
Mehrfach gefiltert und mit einer schönen Farbe – allerdings noch ohne Zuckersirup und ziemlich herb. Mein Tonic Water.

Wie viel Sirup ihr braucht, ist nicht fest zu sagen, da geht es nach eurem Geschmack. Ich habe mit einem Verhältnis von 1:3 begonnen, also ein Drittel Sirup auf die Menge des fertigen Konzentrats.

Und wie schmeckt’s?

Kurz gesagt: Ziemlich stark, ziemlich gut. Der Sirup hat eine coole Farbe und ist angenehm bitter. Ich habe 4 cl Sirup mit einem stark kohlensäurehaltigen Mineralwasser aufgemischt, Eis drauf und 4 cl Tanqueray Gin. Das hat richtig gut zusammengepasst und der Tanqueray ergänzt mein Tonic ziemlich gut. Glaubt ihr nicht? Hier ist das Video:

Die Mischung kommt sehr gut an trockene Tonics, etwa das Aqua Monaco oder Thomas Henry heran – entsprechend braucht ihr aber einen Gin, der das vertragen kann. Der Monkey 47 etwa geht etwas unter, hier brauche ich weniger Sirup – oder vielleicht einen Sirup mit mehr Geschmack, etwas mehr Zucker und weniger Bitterstoffen.

Rezept: Tonic Water v1

Zutaten:

750 ml Wasser

30 g Chinarinde

30 g Zitronensäufe

Schale von 3 Limetten (idealerweise unbehandelt)

Schale von 2 Zitronen (idealerweise unbehandelt)

Schale von 2 Orangen (idealerweise unbehandelt)

1 Stange Zitronengras, grob gehackt

Eine Prise Salz

Zuckersirup:

1 Teil Wasser (250 ml)

2 Teile Zucker (500 g)

Zubereitung:

Alle Zutaten in einem Glas mischen und drei bis fünf Tage in den Kühlschrank stellen. Einmal täglich kurz durchschütteln. Anschließend durch mehrere Siebe (siehe Text) gießen damit möglichst wenig kleine Teilchen zurückbleiben.

Die Schalen von Orangen, Zitronen und Limetten.
Die Schalen von Orangen, Zitronen und Limetten.

Den Zuckersirup stellt ihr am besten her bevor ihr das Konzentrat abseiht: Erwärmt das Wasser zu einer mittleren Wärme und mischt den Zucker ein. Rührt das Ganze bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat, die Masse sollte so richtig schön zäh und dickflüssig sein (ein guter Vergleich ist Kleister).

Lasst den Zuckersirup abkühlen (wichtig!) und mischt anschließend das Konzentrat zusammen zu einem Sirup. Gut verrühren und in vorbereitete, sterilisierte Flaschen abfüllen. Ihr solltet so zwischen 0,75 und 1,5 Liter Sirupkonzentrat erhalten.

Tastet euch zunächst mit einem einfachen Gin an die richtige Mischung: Nehmt etwas wie den Granit, den Bombay Saphire oder den Tanqueray und mischt die gleiche Menge Sirup wie Gin (also etwa 4cl und 4cl) in einen Tumbler, packt Eis dazu und füllt es mit sprudligem Wasser auf. Wahrscheinlich braucht ihr ein paar Versuche um die richtige Mischung zu erhalten. Aber das ist ja der eigentliche Spaß daran, oder?

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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