Veggie-Burger-Teaser

Der wahrscheinlich beste Veggie-Burger

Liebe Vegetarier, ich verstehe eure Probleme: Ihr wollt einen ordentlichen Burger mit schöner Textur, saftiger Füllung und ordentlichem Grillgeschmack. Keine Angst – hier kommt euer Rezept. Liebe Normalesser: Der Burger ist tatsächlich gut, recht schnell vorzubereiten und ihr müsst euch künftig nicht mehr die pseudovorwurfsvollen Blicke eurer Veggi-Freunde ertragen.

Die meisten Veggi-Burger sind leider Mist: sie sind wahlweise trocken, haben keine wirklich nette Textur, fühlen sich im Mund nicht gut an oder sind einfach billige Lösungen wie Soja- oder Halumi-Patties. Ganz ehrlich – als Vegetarier würde ich mich hier ordentlich verarscht fühlen.

Deswegen, liebe Herbivoren, hier ein Rezept mit dem ihr selbst bei Omnivoren Eindruck schinden könnt: Mein Veggi-Burger, basierend auf Bohnen, Zwiebeln, Cashewnüsse, Chilli, Peperoni und Feta. Wie die meisten Rezepte ist das keine wirkliche Eigenerfindung, sondern ich habe mich beim Black Bean Burger des großartigen J. Kenji López-Alt und seinem absolut lesenswerten Food Lab bei Serious Eats bedient. Allerdings musste ich das Rezept für Deutschland anpassen, einige Zutaten sind einfach nicht so leicht zu kriegen.

Veggie Burger, fertig
Der fertige Burger, mit einem fertigen Veggie-Patty.

Warum der Burger funktioniert

Vor dem Rezept kurz ein Einblick, warum der Burger so gut ist:

  • Die teilweise getrockneten Bohnen haben deutlich weniger Flüssigkeit, dadurch verhindert ihr, dass der Burger zu feucht wird und auseinanderfällt.
  • Die Cashewnüsse sorgen für eine richtig schöne Textur und ein angenehmes Gefühl beim reinbeißen.
  • Der Feta wiederum bringt Geschmack, Salz und Flüssigkeit zurück – allerdings erst beim Grillen/Braten.
  • Weil der Burger so schön fest ist, bleibt er auch beim Grillen zusammen und ist stabil genug, dass ihr ein schönes Grillmuster drauf bringt.

Einkaufsliste

Ihr könnte fast beliebig experimentieren, aber für 2 – 4 Patties (je nach Größe):

  • 1 Dose Kidney-Bohnen, 400g Füllgewicht, um die 350g Abtropfgewicht
  • Eingelegte Tomaten
  • ½ Zwiebel
  • Knoblauchzehe
  • Eine längere Chili bzw eine Peperoni (Falls ihr es weniger scharf wollt, eine Paprika geht auch)
  • 150 g Feta
  • 350 g Cashewnüsse
  • Oliven- oder neutrales Öl

Zubehör

  • Ein Häcksler (etwa auf der Küchenmaschine), alternativ geht auch ein Stabmixer
  • Eine Rührschüssel
  • Pfanne
  • Grill (jaja, Pfanne geht auch. Aber hey, Burger gehören auf den Grill)

 Zubereitung

1) Und los geht’s: Zuerst gießt ihr die Bohnen ab und packt sie in den Backofen (natürlich auf ein Blech, in der Mitte und mit Backpapier). Anschließend trocknet ihr sie im Ofen, etwa 15 bis 20 Minuten bei um die 180 Grad. Wenn sich die Bohnen zu schälen beginnen, sind sie fertig. Rausnehmen, abkühlen lassen.

2) Während die Bohnen im Ofen sind, schnippelt ihr die Zwiebeln möglichst klein und röstet sie mit etwas Öl in der Pfanne (glasig wäre richtig). Wenn die soweit sind, gebt den gehackten Knoblauch dazu. Kurz mitbraten, anschließend noch die geschnittenen Chillis und die geschnittenen eingelegten Tomaten (bei der Menge könnt ihr variieren, drei bis vier hab ich genommen). Alles etwas abkühlen lassen.

3) Packt die Cashews in den Häcksler und lasst sie kleinhacken. Sie sollten möglichst klein sein. Anschließend kippt ihr die Nüsse zusammen mit Zwiebeln und Co in eine Mixschüssel.

4) Euer Bohnen sind etwas abgekühlt – super. Packt sie zusammen mit dem Feta in den Häcksler und lasst sie grob hacken bis ihr eine schöne, grobe Paste habt. Gebt sie zu den Zwiebeln und den Nüssen und mischt alles schön durch (gern mit den Händen. Gewaschen, aber das sollte klar sein).

Veggie Burger Mischung
Die Mischung für den Burger, fertig zum Formen.

5) Formt die Patties (ich hab dazu den Former von Weber genommen, die wurden schön groß und gleichmäßig) und legt sie auf die Seite.

6 a) Zubereitung auf dem Grill: Die Veggie-Patties brauchen etwas mehr Zeit als die Fleischvariante. Idealerweis grillt ihr sie langsam über indirekter Hitze. Ich habe sie auf dem Gasgrill auf dem flachen Metall gegrillt, mehrfach gewendet und dann auf dem Grill direkt fertig gegart. Wenn ihr keinen Metallaufsatz hab, grillt einfach vorsichtig.

Veggie vs Fleisch
Beide Burger – links das fertige Veggie-Paddy, rechts die Fleischvarianten.

6 b) Zubereitung in der Pfanne: So wie ihr eure Veggi-Pflanzerl macht. Langsam, wendet oft, nutzt Öl und lasst es bei mittlerer bis hohen Hitze fertiggrillen.

Bäm, das war es.

Wenn ihr das Rezept nachkocht und/oder ändert freue ich mich über eure Erfahrungen und Kommentare. Und für alle, die lieber Fleisch mögen – hier ist mein Tipp für Burgerfleisch.

Updates:

Patties statt Paddies geschrieben. Hmpf

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

24 Kommentare

  1. Hast du Cashews schonmal mit einem Stabmixer kleingemacht? Ich bin mir nicht sicher, ob mein Stabmixer das überlebt O.O

  2. Hmmm. Das klingt gut. Ich probiere das mal aus.

    • Mach das. Er war tatsächlich sehr gut, den hätte sogar ich gegessen – wenn ich nich fantastisches Fleisch dagehabt hätte 🙂

  3. Nüsse haben mir auch schon den eigentlich ganz robusten 40e Mixer gemordet, Obacht 🙂

    Mir dem Stabmixer wäre ich vorsichtig, sollte aber schon gehen, ist nur zäh.

    Ich werde es ausprobieren, Mo. Bin sehr gespannt, hab nämlich auch schon viel experimentiert. Was nimmst du für brötchen?

    • Wenn Zeit ist, dann selbstgemachte Hefesemmeln (zweimal ziehen lassen, Vorteig und normaler Teig). Wenn keine Zeit ist: Semmeln vom guten Bäcker.

  4. Ui, das klingt richtig richtig lecker 🙂 Werd ich mal ausprobieren!
    Cashews funktionieren übrigens im normalen Mixer gut, ich hab zu Hause so ein ganz kleines windiges Mixer-Ding, das eigentlich eher für Milchshakes gedacht ist, aber Cashews schafft das Ding gut. Die sind ja ziemlich weich, zumindest weicher als zB. Walnüsse oder Haselnüsse 🙂

  5. Klingt richtig klasse! Die fleischlosen Alternativen, die ich ausprobiert habe, waren bisher allesamt Mist – leider – und bin komplett auf Gemüse zum Grillen umgestiegen, aber die Veggie-Patties probiere ich gleich beim nächsten Grillen aus!

    • Absolut, aber das liegt an zwei Dingen: Den jeweiligen Kochs ist es egal und die Kunden lassen sie damit durchkommen. Ich weiß, es klingt blöd, aber ich finde Köche seltsam, die irgendwelche Sachen „nicht hernehmen“. Man schränkt sich künstlich ein und kann dann einfach kein ordentliches Produkt abliefern.

      Oder, ums polemischer zu sagen: Nur weil ich Fleisch gerne esse, müssen meine vegetarischen Gerichte nicht schlecht sein.

  6. Andreas Perband

    Heute nachgekocht. Schmeckt wirklich sehr gut, auch kalt. Und natürlich viel besser als die Fertigprodukte. Danke Die für das Rezept!

  7. Geniales Rezept, tausend Dank! Ich kenne sonst nur selbst gemachte Rezepte mit Getreide als Basis, aber die Bohnen sind ja nochmal um einiges besser, weil sie mehr Eiweiß bieten und so auch besser satt machen. Sonst bekommt man nämlich von Fleischessern immer zu hören, dass keine „Kraft“ drin wäre. Vielleicht kann man ihnen dieses Rezept als Alternative zu Fleisch anbieten. ?

    • Absolut. Ich bin selbst überzeugter Fleisch-Fan, aber diesen Burger würde ich vielen Billigburgern vorziehen. Und du kannst mit Gewürzen enorm viel rausholen.

      Ich suche aber aktuell noch den idealen Käse, vielleicht ist geriebener Mozarella fast besser. Hm.

  8. Ich freu mich auf das Rezept, ich werde es heute nämlich mit Freude testen. Ich werde zu der Masse allerdings noch geräuchertes Paprikapulver dazugeben, a) weil ich in der Pfanne „grille“ und so ein wenig Rauchgeschmack bekomme und b) weil das eine generell gutes Gewürz für Vegetarier ist, die ein wenig „umami“ in ihr Gericht bringen wollen. Oder Kraft, wenn ihr so wollt. 😀

  9. Hey wollte es gerne nachkochen. Und frsge mich gerade: Sind mit den eingelegten Tomaten eingelegte getrocknete Tomaten gemeint? LG

  10. Ich möchte dieses Burger-Rezept am kommenden WE ausprobieren, da es mein erster Versuch ist, einen vegetarischen zu zaubern und die anderen Gäste ein Rinderfilet bekommen, sollte es wirklich perfekt werden. Deshalb hier meine Frage: 1 Dose 400g Kidneybohnen haben ein Abtropfgewicht von ca. 250g. Sie schreiben von ca. 350g, also wieviele Bohnen brauche ich nun tatsächlich? Gibt es mittlerweile auch alternative Käseempfehlungen? Welche Gewürze kann ich noch verwenden, das geräucherte Paprika habe ich schon 😉
    Das Ganze hört sich doch ziemlich „trocken“ an, bin sehr gespannt, wie es gelingt.
    Vielen Dank im Voraus.

    • Hallo Heike,
      das sind grobe Richtwerte, ich nehme normalerweise eine große Dose und da gehen zwei riesige Paddys raus – im Zweifel lieber ein bisserl mehr. Trocken ist es nicht, dafür sorgt der Käse.

      • Mit klitzekleinen Abwandlungen, superlecker und gut gelungen, auch wenn das Zerkleinern der Bohnen eine Herausforderung für meine elektrischen Hilfsmittel war 😉
        Danke für das tolle Rezept, muss es kommendes WE schon wieder anwenden. Der Teig sollte ruhig 1-2 Tage richtig schön durchziehen, haben wir festgestellt.
        Der Knaller war das geräucherte Paprikapulver.

  11. Vielen Dank für diese tolle Basis. Sehr locker und saftig ist das geworden. Würzend ergänzt habe ich das, was meine nicht-vegetarischen Patties auch kriegen: Worchester-Sauce, Soya-Sauce, fein geriebene frische Zwiebel, geräuchertes Paprika und wirklich guten schwarzen Pfeffer.

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