Comic Review: STAR WARS OMNIBUS: Infinities – Was Wäre Wenn…

Der Titel von Star Wars Omnibus Infinities von Dark Horse Comics. (Quelle: Dark Horse)

Diesen Beitrag schlägt ein wenig in die “Disney übernimmt Lucasarts”-Kerbe. Vor kurzem kam von den netten Pressemenschen von Dark Horse Comics der Sammelband „Star Wars Omnibus: Infinites“ als Presse-Preview. Die Idee dahinter ist vielversprechend: Der Sammelband erzählt, wie die Star Wars Geschichte abgelaufen wäre, falls verschiedene Aspekte der Story anders geschehen werden.

Vorsicht: Die Beschreibungen und das Review enthalten naturgemäß SPOILER.

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Batman: The Dark Knight Rises – Kinokritik

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Ich hab nun endlich auch den letzten Nolan-Batman gesehen – und fande ihn gar nicht sooo schlecht. Das lag aber vor allem daran, dass ich mit sehr geringen Erwartungen rangegangen bin. Zunächst einmal: Wer die Bane-Geschichten (vor allem den Story-Arc Knighfall) kennt, der weiß, dass Bane ein komplexer Zeitgenosse ist. Dazu kommt, dass er alles andere als ein populärer Bösewicht ist, anders als etwa der Penguin, Joker, Riddler oder Two-Face muss er den meisten Zuschauern erst einmal schmackhaft gemacht werden.

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Comic Review: Darth Vader and the Lost Command

Einer der größten Erfolge meines Comic Con Besuchs (neben den großartigen Artikeln) ist, dass ich auf dem Presseverteiler von Dark Horse Comics gelandet bin. Und da sind großartige Sachen dabei. Eine Sache vorweg: Ich bin auf dem englischen Verteiler, also kriege ich auch die Comics auf Englisch. Eins meiner bisherigen Highlights gehört in das Star-Wars-Universum, der Titel lautet Darth Vader and the Lost Command (Amazon-Link). Das schöne ist, dass es diese Geschichte nicht nur als einzelne Comics gibt, sondern in einem schönen Hardcover (den ich nicht beurteilen kann, ich hatte aber die PDF-Version davon als Review-Material).

Darth Vader and the Lost Command (Quelle: Dark Horse Comics)

Darth Vader and the Lost Command (Quelle: Dark Horse Comics)

Die Geschichte siedelt kurz nach dem dritten Teil von Star Wars an (als Star Wars III, Revenge of the Sith, nicht Star Wars VI Return of the Jedi). Anakin Skywalker ist Geschichte, Darth Vader ist geboren. Dennoch ist die Verwandlung nicht komplett abgeschlossen, Vader quält noch immer die Erinnerung an seine verlorene Liebe, Padme, inklusive Halluzinationen und Flashbacks. Dennoch kommt seine dunkle Seite immer stärker zum Vorschein, was dem Imperator nur recht ist, schließlich hat er einige Aufgaben für seinen Jünger. Vader soll in den Ghost Nebula reisen und dort eine verschollene Expedition aufspüren. Angeführt wird diese von Admiral Garoche Tarkin. Tarkin? Richtig, es handelt sich um den Sohn von Groß-Moff Wilhuff Tarkin, der Star Wars Fans eher als sturer Kommandant des ersten Todessterns in Erinnerung sein dürfte. Tarkins Abneigung gegen Vader ist auch hier schon spürbar, dem Imperator ist das gerade recht. Ohne zu viel Spoilern zu wollen enthält die Geschichte natürlich einige Windungen, inklusive Verrat, Machthunger und Enttäuschungen.

Was mir aber bei The Lost Command sehr gut gefallen hat, ist wie der Wandel von Anakin zu Darth Vader weiter beschrieben wird. Auch wenn ihn noch Zweifel plagen, Darth Vader ist ein eiskalter Hund, was sich beispielsweise zeigt, als ihn ein Stormtrooper fragt, was mit den Gefangenen einer vorherigen Schlacht geschehen soll – Vader antwortet eiskalt „Drown Them“. Man merkt auch, wie in der Geschichte immer weiter Richtung dunkler Seite rückt. Geschrieben wurde The Lost Command übrigens von Haden Blackman. Der kennt sich im Star Wars Universum gut aus, hat er doch zahlreiche Bücher (etwa den The New Essential Guide to Weapons and Technology) geschrieben und war auch für die Story des Spiels „Force Unleashed“ mit verantwortlich war. Kein Wunder also, dass sich The Lost Command so schön in den Star Wars Kanon einfügt.

Wichtig an einem Comic ist natürlich auch der Zeichenstil. Bei The Lost Commando habe ich da wenig Grund zu Meckern. Vor allem die Kampfszenen sind dynamisch in Szene gesetzt. Vader beispielsweise ist dynamisch in seinen Bewegungen (ganz anders als etwa im Intro zum Spiel „Star Wars: Force Unleashed“). Der gute Zeichenstil von Rick Leonardi setzt sich bei den Sturmtrupplern fort und auch die Menschen ohne Helm oder Maske wirken gut.

Darth Vader and the Lost Command - Beispiel (Quelle: Dark Horse Comics)

Darth Vader and the Lost Command - Beispiel (Quelle: Dark Horse Comics)

Fazit:

Star Wars: Darth Vader and the Lost Command ist eine schönes Comic für alle Star Wars Fans. Das tolle daran ist, dass die Geschichte weitergesponnen wird – und zwar nicht in dieser (meiner Meinung nach) langweiligen Old Republic, sondern zeitnah vor Episode IV. Vaders Abgleiten zur dunklen Seite der Macht ist lesenswert, vor allem, so finde ich, erklärt die Geschichte auch, warum Luke am Ende von Episode VI überhaupt zu ihm durchkommt, seine menschliche Seite berührt und damit das Ende des Imperators besiegelt. Ja, das mag weit hergeholt sein, aber wenn man The Lost Command gelesen hat, dann wirkt Vader irgendwie verständlicher.

Comic-Kritik: Chew

Mein Dad hat mir von seinem Trip auf die CES ein neues zwei Alben eines neuen Comics mitgebracht: Chew.

Chew spielt in einem alternativen Amerika, etwa Ende der “Nuller” Jahre (ich mag den Ausdruck ja nicht, es mangelt mir allerdings an einer Alternative. Hrmpf). Das Setting ist folgendes: Nachdem eine Vogelgrippen-Epidemie 23 Millionen US-Bürger ausgelöscht hat, weltweit starben sogar über 160 Millionen Menschen, greifen die Behörden durch. Die Folge: Die USA (und einzelne Verbündete) verbieten den Verkauf von Geflügel – und die Food and Drug Administration (F.D.A.) steigt zur mächtigsten Strafverfolgungsbehörde auf. Ihre Aufgabe: den Schwarzmarkt austrocknen, der seit dem Start der Prohibition die Bürger mit illegalem Geflügel versorgen.

Chew-Gruppenbild (Quelle: chewcomic.blogspot.com)

Chew-Gruppenbild (Quelle: chewcomic.blogspot.com)

Der Hauptcharakter ist Antony “Tony” Chu. Tony ist ein so genannter Ciopath. Das bedeutet: Sobald er in ein Lebensmittel beißt, erfährt er, wie dieses entstanden ist und was es durchgemacht hat. Bei Obst sieht er etwa, welche Pestizide genutzt wurden, wann es geerntet wurde, welcher Dünger verwendet wurde. Ist er Fleisch, nun ja, so sieht er alles andere. Die einzige Ausnahme sind rote Beete. Tonys Fähigkeit macht ihn zu einem außergewöhnlichen Mordermittler – solange es ihm nichts ausmacht, an dem Kadaver zu knappern.

Beim ersten Band ist Tony zusammen mit seinem Partner John Colby allerdings noch kein Agent der allmächtigen F.D.A., sondern ein simpler Vice Cop (in etwa Zivilcops, die sich vor allem um Drogen – oder Hühnchen-, Prostitution oder Spielerei kümmern.) Während der Überwachung des Pushers D-Bear treffen sie auf den etwas undurchsichtigen FDA-Agenten Mason Savoy – der ihnen jede weitere Überwachung von D-Bear untersagt, da er ein Informant sei. Als Ausgleich gibt er ihnen ein Passwort, mit dem sie sich – natürlich höchst inoffiziell – den Bauch in einem illegalen Chicken-Restaurant vollschlagen können. Das Problem: Als Tony seine Suppe kostet, schlägt seine Gabe an –und erfährt so, dass der Küchenchef ein Serienkiller ist. Während der Festnahme erhält Colby ein Fleischerbeil in den Kopf, Tony allerdings stellt den Killer. Natürlich geht die Festnahme schief, der Verdächtige bringt sich selbst um. Mason, selbst ein Ciopath, rekrutiert Tony für die F.D.A. und nimmt ihn unter seine Fittiche. Jetzt geht Chew eigentlich erst richtig los.

Ich bin inzwischen durch die ersten drei Bände durch – und es wird immer abgefahrener. Tony trifft auf “Den Vampier” und gerät mit einer Agentin des DA (Department of Agriculture aneinander). Zudem lernt er die Journalistin Amelia Mintz kennen. Sie besitzt ebenfalls eine Gabe, sie ist ein Saboscrivner. Das bedeutet, sie kann Essen so beschreiben, dass der Leser das Gefühl hat, er würde die jeweilige Mahlzeit selbst verspeisen – und Tony kann Essen genießen, ohne die sonstigen Nebenwirkungen zu erleiden. Dazu kommen Pro-Geflügel-Fanatiker, Russische Killer, Früchte aus dem All und ein Meisterkoch.

Chew ist meiner Meinung nach ein absoluter Geheimtipp. Die Story ist intelligent, die Zeichnungen erinnern eher an den Stil der französischen Comics (etwa Corto Maltese) als an den üblichen Stil sonstiger Ami-Comics. Die Geschichten sind witzig erzählt und spielen in einem überraschend frischen Setting. Ich muss allerdings zugeben, dass ich (und mein Dad und mein Bruder) Chew im Orignal lesen – ich hab also keine Ahnung, wie gut oder schlecht die Übersetzung ist. Allerdings lässt allein der Untertitel (Bulle mit Biss) grausames erahnen. Die englischen Bände 1-3 kosten bei Amazon zwischen 7,30 Euro und 9,50 Euro. Die ersten beiden Bände sind zudem in der Omnivore Edition für 23,95 Euro zu kriegen.

Comic-Kritik: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden

Vorwort: Kollege Hans vom Berryblog hat mich drauf hingewiesen: Eigentlich gibt es viel zu wenig Comic-Blogs in Deutschland. Hey, ich mag Comics, ich hab Comics und ich hab ein passendes Blog. Also, warum probier ich es nicht. Noch eine Anmerkung: Bei sowas bietet sich natürlich ein Affiliate-Link an, die zu Amazon sind aber freiwillig, ich werde immer beides verlinken und den Affiliate-Link separat kennzeichnen.

Meine erste Wahl mag ein wenig komisch erscheinen, schließlich liegen hier auch noch Preacher, From Hell, The Boys, Darkest Night usw herum. Aber die Comics rund um Onkel Dagoberts ersten Kreuzer und wie er sein Vermögen gescheffelt hat, hatten es mir bereits angetan, als ich noch (sehr) jung war. Ich hab mir jede Micky Maus geholt und hab in der Bücherei die einzelnen Hardcover verschlungen.

Kurz zur Hintergrundgeschichte: Onkel Dagobert, oder Uncle Scrooge im englischen Original, ist einer der essentiellen Charaktere im Disney-Universum. Er ist der kauzige, geizige aber im Innernen herzensgute Milliadär, der Entenhausen am Leben erhält. Erschaffen wurde er von Carl Barks, aber es war Don Rosa, der den Auftrag erhielt, der über Jahrzente verstreuten Geschichte einen Hintergrund zu verpassen. Zwischen den Jahren 1991 und 1993 zeichnete Rosa insgesamt 12 Kapitel mit Hintergrundgeschichten, dazu kamen noch einmal acht Bonuskapitel, welche die einzelnen Fakten weiter ausführen.

Ich beziehe mich in der Besprechung auf die gebundene Ausgabe, in der alle Geschichten mit weiteren Erklärungen und Hintergrundinformationen zusammengefasst sind (29,95 Euro bei Amazonalternativer Affiliate-Link).

Die Geschichte beginnt im schottischen Hochmoor, in dem der junge Dagobert von seinem Vater erklärt kriegt, wie und warum der Clan der Ducks seinen Reichtum verloren hat. Von dort geht es zur ersten großen Station, Glasgow, wo der junge Bertel seinen ersten eigenen Kreuzer verdient – zudem wird erklärt, warum ein schottisches Kind eine amerikanische Münze erhält. Nach dem ersten Kapitel geht es auf eine wilde Tour, zum Missisipi, in die Badlands, Montana, zurück nach Schottland um die Duckenburgh zu retten, zum Transversal, nach Australien, und endlich, endlich nach Alaska.

Ab Kapitel VIII, Der Einsiedler am White Agony Creek, geschieht die Wandlung vom einfachen Abenteurer hin zum Millionär und Milliadär. Dazu gehören zwei Bonuskapitel, es ist die einzige Storyline, die zwei Zusatzkapitel, na gut, eigentlich drei, erhält. Legendär ist auch Kapitel IX, in dem erstmals das Fähnlein Fieselschweif auftritt und man außerdem erfährt, woher Dagoberts Neffe Donald eigentlich sein Temperament hat.

Rosa schaffte es auf knapp 490 Seiten, die komplette Geschichte rund um Dagobert aufzudröseln – und das so gut, dass es immer wieder Spaß macht sie zu lesen. Jedes einzelne Panel ist im klassischen Disney-Stil gezeichnet und wunderbar koloriert. Die Geschichten sind – durch die Bank – unterhaltsam und spannend. Insgesamt sind sie ein wenig erwachsener als man bei einem klassischen Kinderhelden denkt, auch nach dem Jungendalter kann man mit dem Buch eine gute Zeit verbringen. Zu meinen Favoriten gehören definitv die Alaska-Storys am White Agony Creek, vor allem das spätere Bonuskapitel “Der letzte Schlitten nach Dawson”.

Die Geschichten setzen nicht unbedingt viel Vorwissen des Duck-Universums voraus, man kann auch durchaus damit einsteigen, sieht dann Onkel Dagobert aber möglicherweise später mit anderen Augen.

Fazit: Onkel Dagobert – Sein Leben, seine Milliarden ist eigentlich kein normales Comic mehr, aufgrund des Umfangs und der zusammenhängenden Geschichten kann man damit schon von einer Graphic Novel reden. Der Band ist einer der wenigen, die ich auf Deutsch besitze – die deutsche Übersetzung ist sehr gut gelungen, Disney oder Ehapas Lektoren haben sich richtig Mühe gegeben. Wer 29,95 Euro übrig hat und sich oder einem Duck-Fan eine Freude machen will, der kann in jedem Fall zuschlagen.

Disney's Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden (Quelle: Amazon)

Disney's Onkel Dagobert - Sein Leben, seine Milliarden (Quelle: Amazon)