Spaß mit der WPS-Schwachstelle

Ohboyohboyohboyohboy – 2012 wird großartig. Zumindest wenn es so weitergeht, wie es gestartet hat. Was ich meine? Die WPS-Lücke, die Stefan Viehböck zwischen den Jahren in diesem Blogeintrag dokumentiert hat. Wer es noch nicht gelesen hat: WPS steht für Wi-Fi Protected Setup, eine Technik, die das Wi-Fi-Konsortium nachträglich eingeführt hat. Mit Hilfe von WPS kann man Geräte mit einem Knopfdruck oder einer PIN zu einem sicheren WLAN hinzufügen. Das ist beispielsweise dann praktisch, wenn der Admin einen richtig langen Schlüssel für die WPA/WPA2-Verschlüsselung vergibt – der Nutzer muss nur einen Knopf drücken oder eine PIN eingeben.

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Dateisystem-Benchmark: ext2, ext3, ext4, xfs, jfs, reiserfs, btrfs und ntfs-3g im Vergleich

Seit das Dateisystem ext4 im Dezember 2008 Einzug in den Linux-Kernel 2.6.28 gehalten hat, setzen es immer mehr Linux-Distributionen als Standard ein. Für Linux gibt es eine ganz ordentliche Auswahl an Dateisystemen. Aber auf welches sollte man setzen? Eine Möglichkeit ist natürlich den Distributoren zu vertrauen – die werden schon wissen, was sie uns anbieten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wollen wir uns das Ganze an Hand eines Benchmarktests mal genauer ansehen. Unter die Lupe genommen wurden die stabilen Dateisysteme ext2, ext3, ext4, xfs, und jfs.

Zusätzlich wurden btrfs und ntfs via ntfs-3g aufgenommen. Diesen beiden laufen aber außerhalb der Konkurrenz. Btrfs soll irgendwann ext4 ablösen und befindet sich in einem frühen Entwicklungs-Stadium. Es ist alles andere als ratsam, dieses Dateisystem für produktive System einzusetzen. Ntfs-3g setzt auf Fuse auf, gilt als stabil und bietet Zugang zum Windows-Dateisystem ntfs. Auf einem Linux-Server wird niemand ntfs einsetzen. Im Privatgebrauch gibt es jedoch häufig Dual-Boot-Konfigurationen zwischen Linux und Windows. Manchmal möchte man eben von Linux auf gewisse Daten der Windows-Partition zugreifen. Dies ist in den meisten Fällen mit ntfs-3g problemlos möglich. Aber ist es wirklich performant?

Wie haben wir gebenchmarkt?

Der Benchmark wurde mit der Phoronix Test Suite 2.0.0 durchgeführt. Als Betriebssystem diente eine jungfräuliche Installation von Ubuntu 9.10 „Karmic Koala“ (32-bit) ohne das Einspielen jeglicher Updates. Als Kernel diente somit 2.6.31. Der Test wurde auf folgender Hardware durchgeführt: Intel Core 2 Duo E8400@3.00GHz, MSI LTD MS-7345 (Chipsatz: P35 + ICH9R), 3 Gbyte RAM und 750 Gbyte Samsung HD753LJ.

Benchmarktests sind nicht unumstritten. Gewisse Tuning-Praktiken können zwar die Leistung einzelner Komponenten erhöhen, aber auch die Ergebnisse verfälschen. In diesem Test wurden keine leistungssteigernden Mittel verwendet. Sie spiegeln also wieder, was ein Anwender nach einer Standard-Installation dieser Linux-Variante erhalten würde. Andere Linux-Distributionen könnten natürlich andere Ergebnisse liefern. Das gilt ebenso für alternative Hardware.

Lesen mit IOzone

IOzone Lesetest (zum Vergrößern klicken)

IOzone Lesetest (zum Vergrößern klicken)

Im ersten Test wurden alle Dateisysteme einem Lesetest einer Datei mit vier Gbyte Größe mittels IOzone unterzogen. Die Speerspitze bildet das Dateisystem ext4. Als einziges schaffte es mehr als 70 Mbyte pro Sekunde. Aber auch der mögliche Nachfolger btrfs macht hier schon einen guten Eindruck. Das Dateisystem ext2 ebenfalls ein exzellentes Ergebniss auf. Es ist aber auch das einzige in der Testreihe, das kein Journal mit sich bringt. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Auch das über Fuse eingebundene ntfs-3g kommt ganz gut hinterher. Es hat sogar eine höhere Performance als das native reiserfs. IOzone wurde drei mal durchgeführt und die Grafik zeigt einen Mittelwert.

Schreiben mit IOzone

IOzone Schreibtest (zum Vergrößern klicken)

IOzone Schreibtest (zum Vergrößern klicken)

Wie sieht es nun mit dem Schreibzugriff aus? Ebenfalls wurde mit IOzone und einer vier Gbyte großen Datei getestet. Hier zeigen sich nun ganz klar die Nachteile von ntfs-3g. Im Lesen noch ganz gut, beim Schreiben unterirdisch langsam. Es ist fast fünf Mal so langsam als der Gewinner – abermals ext4. Auch xfs und ext3 können sich im Schreibtest ganz gut behaupten. IOzone wurde drei mal durchgeführt und die Grafik zeigt einen Mittelwert.

PostgreSQL-Benchmark pgbench

pgbench (zum Vergrößern klicken)

pgbench (zum Vergrößern klicken)

Im PostgreSQL-Benchmark zeigt reiserfs die Muskeln und liegt knapp vor ext4. Warum xfs und btrfs hier komplett versagten, ist nicht ganz klar. Für diese beiden Dateisysteme lief der Test anstatt drei sogar sieben mal durch. Es kamen aber immer ähnliche Werte raus. Im Durchschnitt schaffte xfs nur 48,22 Transaktionen pro Sekunde und btrfs 22,81.

MP3-Encoding

MP3-Encoding (zum Vergrößern klicken)

MP3-Encoding (zum Vergrößern klicken)

Im letzten Test haben wir eine 75 Mbyte große WAV-Datei in das MP3-Format mittels lame umgewandelt. Wie zu erwarten ist das Dateisystem bei Aktionen wie diesen völlig irrelevant. Hier ist zum Großteil die CPU gefragt. Die minimalen Unterschiede darf man getrost vernachlässigen.

Fazit:

Für die meisten Anwender dürfte im Moment das Dateisystem ext4 die richtige Wahl sein. Das sich derzeit in der Entwicklung befindliche btrfs sieht allerdings schon recht vielversprechend aus. Btrfs-Systeme lassen sich übrigens aus ext-Partition mittels btrfs-convert /dev/hdX erzeugen. Es sei allerdings an dieser Stelle noch mal ausdrücklich gewarnt, dass es sich nicht für produktive Systeme eignet. Datenverlust ist nicht auszuschließen. Ntfs-3g sollte man wirklich nur einsetzen, wenn man ein Dual-System hat und auf die Windows-Partition zugreifen möchte. Davon Lesen – ja. Festplatten-intensive Anwendungen darüber laufen lassen – wenn man Zeit hat. Warum Reiser4 im Test nicht auftaucht? Es wird vom Linux-Kernel bis heute nicht offiziell unterstützt. Auch die Weiterentwicklung des Dateisystems steht in den Sternen.

Suse Studio – Linux zum selberbauen

Eine eigene Distribution zu bauen ist zwar verlockend, aber auch viel Arbeit. Allerdings kann man ja schon einmal klein anfangen und sich ein bestehendes Linux maßschneidern. Re-Mastern kann man zwar nahezu jede Distri, besonders einfach geht es aber mit dem Suse Studio. Das Studio bietet ein Web-basiertes Remastering von openSUSE, SLES 10 oder SLES 11. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich, man klickt sich einfach durch die Menüs, kann anpassen, welcher Desktop eingerichtet und welche Software installiert werden soll. Zusätzlich lassen sich eigene Repositorys für die Software-Installation einbinden, neue Nutzer anlegen oder Hintergrund und Logo ändern. Anschließend erhält man entweder eine virtuelle Appliance im VMware- oder XEN-Format, ein Disk-Image oder eine Live-Boot-ISO.

Suse Studio macht es einfach, eigene Distributionen zusamenzubauen, oder sich schnell einen passenen Unterbau für eine spezielle Anwendung zu schneidern. Vor allem kann man sich so eine entschlackte Linux-Version bauen, die nur die wirklich benötigente Tools enthält und auf überflüssigen Balast verzichtet. Besonders praktisch wäre es, wenn man auch die Hardware und den Kernel gleich auf eine bestimmte Umgebung optimieren könnte. Etwa, indem man einen speziellen WLAN-Treiber gleich von Beginn an einbindet.

Derzeit ist das Suse Studio in einer ersten Beta-Phase, wer es ausprobieren will, kann sich hier anmelden.

Projekt Fedora: Digitaler Sound und Nvidia-Probleme

Sodala, eine erste Zwischenmeldung. Ich habe es gestern noch geschafft, den digitalen Soundausgang unter Gnome zu aktiveren. Hilfe fand ich unter anderem in diesem Thread. Ich habe über das Terminal den gst-mixer nachinstalliert und diesen dann gestartet. Dort habe ich dann alles unter “Wiedergabe” aktiviert und konnte dann unter “Schalter” die Option IEC958 aktivieren und voila, der digitale Sound geht.

Komplexer ist es mit den NVIDIA-Treibern. Ich hab zunächst das RPM-Fusion-Repository installiert (so geht’s) und dann dieses Tutorial für den kmod, bzw akmod befolgt.

Das Problem: Seitdem erkennt Gnome meine Monitore nicht mehr, nach einem reboot habe ich nur noch eine große Fläche. Uncool.

Irgendwelche Ideen? Oder auch Tipps, wie man Nvidia-Treiber wieder deinstalliert und auf den Gnome-Standardtreiber zurückwechselt?

Neues Projekt: Fedora 11 auf dem Desktop

Mal wieder wage ich mich an ein Linux. Das hat zwei Hintergründe. Zum einen will ich Linux lernen, das offene Betriebssystem hat mich schon immer fasziniert. Zum anderen will ich ein stabiles 64-Bit-Betriebssystem, auf dem VMware Workstation läuft.

Das Betriebssystem meiner Wahl ist Fedora 11. Warum? Tja, keine Ahnung, aber der Name “Leonidas” reizt mich, und Red Hat scheint mir als Grundlage nicht schlechter zu sein als Debian für Ubuntu. Das Ganze wird wohl länger dauern, auch wenn sich Linux beim Thema Hardware und Nutzerfreundlichkeit viel getan hat.

Getestet habe ich das System mit einer 64 Bit Gnome Live CD von Fedora 11 (USB-Bootfähig gemacht mit Unetbootin). Die erste Überraschung: mein USB-WLAN-Stick von US Robotics wurde einwandfrei erkannt, hier ist mein Desktop-System meinem Netbook schonmal überlegen (das scheitert regelmäßig an einem Fehler in der wpa_supplicant). Gnome erkennt auch beide Monitore brav und lässt mich den Desktop brav erweitern. Nicht schlecht soweit. Anders sieht es beim Sound aus. Gnome will partout den digitalen Ausgang nicht erkennen. Paradox: Starte ich KDE als Desktop Manager, habe ich zwar digitalen Sound, kann allerdings den Desktop nicht auf zwei Monitore erweitern. Seltsam.

Unter Windows habe ich eine Partition mit 113 GByte Speicher frei geräumt und gelöscht. Der Fedora-Installaer Anakonda konnte diesen freien Platz dann direkt nutzen, um Linux dort zu installieren und einzurichten, was ziemlich fix ging.

Ich mir Linux nun mindestens eine Woche als Haupt-System gönnen, und dabei einige Sachen ausprobieren. Dazu werden gehören

  • Nvdida-Treiber installieren
  • zwischen KDE und Gnome als Desktop Manager umschalten
  • Digitalen Sound zum Laufen kriegen
  • VMware Workstation installieren
  • Clevere Software suchen und ausprobieren (zB einen Blog-Editor)
  • Windows-Software zum laufen bringen, wenn möglich sogar die Beta von Office 2010

Dazu versuche ich, Erfahrungen und Hilfestellungen hier zu posten, um anderen Leuten ein wenig den Umstieg oder zumindest das Interesse für Linux schmackhaft zu machen.

Erste Lektion: Meinen Nutzernamen in das sudoers-File einfügen. Damit kann ich dann systemkritische Aktionen ausführen, ohne jedesmal in den root-Modus zu wechseln. Geholfen hat mir dieses HowTo.

Ah, wer selbst Erfahrungen mit Linux sammeln konnte, Fragen oder Lösungen für mich hat – ich freu mich über Kommentare.

Nützliche Links: