Freitagsvideo: Zur Erinnerung an Wolfgang Menge

Einige werden es mitbekommen haben, Wolfgang Menge ist gestorben. Mir ist er vor allem durch seine Serie “Ein Herz und eine Seele” in Erinnerung geblieben, er hat diesen wunderbaren Einblick in die deutsche Seele der 70ger Jahre als Autor entwickelt. Ich bin zwar deutlich später geboren, aber ich hab die als Kind natürlich mit den Eltern angeschaut – auch wenn mir viele, viele politische Anspielungen natürlich entgangen sind.

Deswegen gibt es heute zur Erinnerung eine Folge (die sind ja alle auf YouTube, einfach mal suchen). Und weil es so schön ist, kommt der “Besuch aus der Ostzone”. Herrlich.

Menge hat aber noch viel mehr geschaffen als Ekel Alfred und Co. Darunter etwa den Film “Das Millionenspiel”. Dieser zeigt eine fiktive Gewinnspielsendung, in der der Kandidat eine Million gewinnen kann – so er denn überlebt. Damit hat Menge nicht nur, wie es so ziemlich alle Zeitungen heute schreiben, “das Reality-TV vorausgesehen”, sondern war meiner Meinung auch deutlich vor Stephen King (Menschenjagd, Running Man mit Arnold) mit diesem Trend dran.

Auch den gibt es auf YouTube. Bitteschön:

Freitagsvideo: Das Johnny Cash Project

Johnny Cash gehört in jedem Fall zu meinen Top 5 Musikern. Deswegen würde ich heutigen Freitagsvideo ganz gerne das Johnny Cash Project vorstellen. Es ist nicht neu, aber deswegen kein bisschen weniger beeindruckend. Die letzte Studioaufnahme von Johnny Cash, Ain’t no grave, wird dort von unzähligen Freiwilligen weltweit illustriert und Frame-für-Frame zusammengesetzt.

Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Video, basierend auf den zahlreichen Einzelporträts. Leider lässt es sich nicht einbetten, aber klickt euch rüber zur Webseite des Projektes und bestaunt den Song einfach. Allein beim Auswählen der entsprechenden Porträts kann man viel, viel Zeit verbringen. Und es wiederlegt Schwachsinnsthesen, nach denen das Internet dumm macht.

Ein Video gibt es aber trotzdem. Und zwar eine kleine Hintergrundreportage zum Johnny Cash Project, inklusive einer Version des Videos. Viel Spaß.

The Johnny Cash Project from Chris Milk on Vimeo.

Blogumschau: Freddie-Mercury-Birds, PS3-Controller mit Linux, Verbot des Porno-Prangers, Jauch und Nilzenburger

Bitblokes meldet, dass Rovio, bekannt vor allem (und eigentlich nur durch) Angry Birds an der Aktion Freddy-for-A-Day am fünften September mitmacht. Dabei handelt es sich um eine Aktion des Mercury Phoenix Trust, einer Organisation, die laut Wikipedia von Queen-Mitgliedern gegründet wurde. Ziel der Organisation ist es, die Immunschwächekrankheit AIDS weltweit zu bekämpfen. Freddie hätte am 5. September Geburtstag, der Freddie-for-a-day-Tag soll nicht nur sein Leben zelebrieren, sondern weiteren Geld für den Kampf gegen AIDS sammeln.

Und es gibt ein nettes Video von Rovio zur Aktion:

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Spielen unter Linux? Ja, das geht wohl mittlerweile recht gut, vor allem durch Dinge wie das Humble Bundle sammeln sich Spitzenspiele wie Super Meat Boy. Aber immer nur Tastatur ist auch fad, oder? Bei Mohrphium.de (unbedingt mit zwei “h”) gibt es eine nette Anleitung wir man den PS3-Controller der PS3 per Bluetooth mit Linux verbinden und ansprechen kann, das klappt mit Hilfe der Infos von MotioninJoy. Kleiner Disclaimer: Das Blog wird von meinem kleinen Bruder geführt, der hat mit Linux deutlich mehr Erfahrung als wie ich – gut, er ist auch ein Fachinformatiker Systemadministration (in Ausbildung).

Ich hatte es vor einiger Zeit ausprobiert, allerdings war es unter Windows 7 64-Bit einfach zu unbequem, muss doch hier immer wieder die Treibersignatur-Prüfung abschalten. Meh. Ich nutze inzwischen einen Xbox 360 Controller mit dem passenden Adapter, das klappt einwandfrei (und kabellos).

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Eins der unmöglichsten Dinge, die ich in letzter Zeit im Web gesehen habe, war die Idee eines “Porno Prangers” einer Regensburger Kanzlei, die sich scheinbar auf die Abmahnung von Raubkopierern spezialisiert hat. Die Idee war, alle Namen von “Kunden” zu veröffentlichen, die wegen illegalen Filesharings abgemahnt wurden. Lawblogger Udo Vetter hat dazu eine sehr schöne Zusammenfassung geschrieben. Ich will mich damit gar nicht weiter befassen, auch um diesen Anwälten keinen Ansatzpunkt zu liefern.

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Und dann war da noch Manfred Spitzer auf einem selbsternannten Kreuzzug gegen “DAS INTERNET” und/oder “DEN COMPUTER” zu Besuch bei Günther Jauch. Ich hab es mir nicht angeschaut, aber die Zusammenfassung bei Spiegel Online bestätigt meine Vorahnungen zu dem guten Mann. Ich frage mich, ob er denn die Recherchen oder das Schreiben von Büchern wie “Digitale Demenz” (nein, kein Link, wenn ihr das wirklich wollt, müsst ihr googeln. Ha) ohne IT überhaupt möglich wäre. Ich denke nicht.

Interessant dazu ist auch der Beitrag von Nilzenburger aka Nils Bokelberg, der wohl ein Angebot hatte, in der Jauch-Runde zu sitzen, diese aber abgelehnt hat. Grund dafür war unter anderem, dass er nicht davon ausging, dass es wirklich eine seriöse Gesprächsrunde werden könnte. Was sich ja dann wohl bewahrheitet hat.

Übersicht: Web-Dienste mit Zwei-Faktor-Authentifizierung

Seit den 80gern hat sich die Anmeldeprozedur bei Webdiensten nicht wirklich geändert: Ein Nutzername, das passende Kennwort und man hat Zugriff auf die Daten und Dienste. Das ist komplett diametral zur Popularität von Cloud-Angeboten. Mails liegen bei Googlemail, Yahoo oder Outlook.com, Daten sind bei Ubuntu One, Dropbox oder Skydrive, Passwörter bei LastPass, KeePass und Co. Der größte Schutz ist noch immer ein starkes Passwort, was allerdings wenig hilft, wenn der jeweilige Dienst die komplette Datenbank verliert.

Eine der wenigen zusätzlichen Schutzfunktionen, ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Dabei wird neben dem Kennwort bei der Anmeldung ein zusätzlicher PIN-Code abgefragt, der ständig neu geniert wird und nur kurze Zeit gültig ist. Dieser PIN wird normalerweise nicht auf dem Computer angezeigt, sondern auf einer zusätzlichen Komponente, dem so genannten Token. Klassischerweise werden diese Token von Unternehmen genutzt, um den externen Zugang zu Diensten oder VPN-Verbindungen abzusichern.

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Freitagsvideo: Leben ohne Puls

Ich versuche mich mal einer neuen Rubrik: Dem Video zum Freitag. Hoffentlich Immer Freitags, immer 17:00 Uhr, gibt es hier eins der interessanteren Web-Videos, die sich im weitesten Sinne mit Nerd-Tum und technischen Durchbrüchen beschäftigen (oder einfach nur zu gut sind).

Den Anfang macht “Flatline – Life Without a Pulse

Flatline from Union HZ on Vimeo.

Interessant daran sind vor allem die möglichen Änderungen in der Medizin. Das Ersatz-Herz schlägt nicht mehr, sondern liefert einen konstanten Blut-Strom. Damit hat die Person keinen Puls mehr – was rund zwei Drittel der Checks für Ersthelfer nichtig macht. Dennoch ist es faszinierend, was die Technik heute schon erreichen kann. Gerade im Hinblick auf den kürzlichen Organskandal wären natürlich künstlich herstellbare Ersatzorgane ein Segen. Was meint ihr?

Lesetipp: Adblocker – Ein Kollektivgutdilemma

Über Facerbook kam heute morgen ein überraschend guter Artikel zum Thema Adblocker rein:

Adblocker – ein Kollektivgutdilemma bei Weltraumer.de.

Darin geht es nicht nur um den neuen Ansatz von Adblocker, dass sie künftig bestimmte Werbung zulassen möchten, sondern auch um den Einsatz der Werbeblocker allgemein.

Mir ist klar, dass das ganze Thema Zündstoff hat, Adblocker sind nichts, was Verlage und Medienhäuser mögen, schließlich geht es hier ums Geld. Mir ist auch klar, dass Nutzer nur eine gewisse Toleranzschwelle für Werbung haben. Ist die einmal überschritten, etwa durch Overlays, Underpops usw usf. Dann ist der Griff zum Adblocker nicht mehr weit (Chrome und Firefox – übrigens die Browser, die von nahezu allen Verlagen hoch gelobt werden – machen es ja einfach, beim IE ist es mit den Tracking Protection Listen ein wenig komplizierter).

Fatal ist, dass ein einmal installierter Adblocker kaum mehr runtergeworfen wird. Einmal drauf und weg ist die Werbung – da sagt keiner nein.

Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr Adblocker oder seid ihr brave Idioten (so wie ich)?

via Frau Schmitz

Behold, mein neues virtuelles Testlabor

Endlich hatte ich genügend Zeit um ein lang auf die Bank geschobenes Projekt zu verwirklichen: Ein auf VMware Workstation basierendes virtuelles Testlabor, mit dem man auch mal ein paar bösartige Dinge untersuchen kann. Nach ein bisschen herumbasteln bin ich auf eine überraschen simple und elegante Lösung gestoßen:

Virtuelles Testlabor

Virtuelles Testlabor

Realisiert ist alles mit VMware Workstation 8. Die drei virtuellen Maschinen sind alle in einem Team zusammengefasst (ein neues Feature in Workstation 8, es würde auch mit den Gruppen in Workstation 7 klappen). Grundsätzlich sollte sich das aber auch mit Virtualbox und Co realisieren lassen, wichtig ist, dass ihr einen virtuellen Switch habt, der mehrere Netzwerke unterstützt. Aktuell sind es drei VMs: die pfSense-Appliance sowie ein Windows 7 und ein XP SP3.

pfSense ist ein Router/Firewall-System auf FreeBSD-Basis (hey, Linux kann ja jeder :) ). Ich kann nicht genau sagen, warum ich mich für pfSense und nicht IPCop entschieden habe (vielleicht, weil der Herr Donauer von den Bitblokes immer IPCop nimmt und ich mich von ihm absetzen muss ;) ), aber das Ding bietet für den Anfang (und wahrscheinlich für immer) alle Funktionen, die ich brauche. pfSense hat zwei virtuelle Netzwerkkarten: Eine für den WAN-Zugriff (den Pfeil), eine für das LAN. Die WAN-Ethernetkarte ist gebridged, greift also auf mein “normales” Netzwerk zu und kann mit dem Internet kommunizieren. Die LAN-Karte ist im Host-Only-Modus und einem separaten Netzwerk für das virtuelle LAN. Im Grunde hab ich einfach das gemacht, was ein Router im normalen Netzwerk übernimmt: Das Internet ist in dem Fall mein lokales Netzwerk, pfSense erhält seien IP von meinem eigentlich Router und kann über den Traffic ins “wirkliche” Internet leiten. Das hat den großen Vorteil, dass ich die Konfigurationsseite von pfSensen von meinem Produktivsystem aus erreichen kann – das ist bequemer als wenn ich ständig von einer der virtuellen Maschinen aus zugreifen muss.

pfSense

pfSense

Die beiden Windows-System wiederum erhalten ihre IP vom DHCP-Server von pfSense – die beiden Systeme kennen nur sich selbst, dass ist quasi wie bei The 13th Floor (ach, hätte Matrix nur auch so geendet, aber ich schweife ab). Beides sind Standard-Windows-Installationen, deren Status natürlich in einem Snapshot gesichert wurde. Zusätzlich hab ich auf beiden ein nettes Tool installiert, den Windows System State Analyzer (WSSA) sowie dem Windows System State Monitor (WSSM). Der WSSA erlaubt es mir, einen Snapshot des Systemzustandes anzulegen und diesen mit einem späteren Snapshot (etwa nach der Installation eins verdächtigen Programmes) zu vergleichen. Dadurch sollte ich relativ schnell sehen, was eine Software an Unfug anstellt (an so spaßige Dinge wie und Co traue ich mich noch nicht ran). Der WSSM zeigt Zugriff im Live-Betrieb an, mal schaun, was mir besser gefällt. Anschließend werden die Systeme zurückgesetzt und alles ist wieder sauber. Beide Tools sind im Paket des Server Logo Program Software Certification Tool enthalten. Aktuell ist das Tool nur auf dem Windows 7 System eingerichtet, auf XP sollte es aber auch gehen.

Oh, eine weiter großartige Sache von pfSense ist die Logging-Funktion. Das System bringt tcpdump mit und kann den kompletten Traffic protokollieren, der über den Router ins Web geht (SSL ausgenommen, aber das kann ich ja später probieren, für den Anfang sollte normaler Traffic reichen) . Die Datei kann ich anschließend runterladen und über WireShark oder CloudShark analysieren. Cool.

Was bringt mir jetzt das Ganze? Zum einen habe ich ein schöne Laborumgebung, mit der ich ein wenig herumspielen kann, ohne dass ich mein Produktivnetz (in dem auch noch ein paar andere Rechner von Mitbewohnern hängen) in Gefahr bringe. Sollte ich wirklich mal einen Virus analysieren wollen, kann ich die Verbreitung mit ein paar Firewall-Regeln (wohl) recht gut in den Griff kriegen. Und ich lerne neue Funktionen kennen und kann neue Dinge ausprobieren (pfSense kann auch massig neue Pakete nachladen, so dass ich das Teil auch in eine Snort-Installation oder einen VPN-Server umbauen kann – was zahlreiche neue Workshops ermöglicht). Dank dem VMware-Setup kann ich auch relativ leicht neue Systeme dazuhängen oder abschalten (etwa, wenn ich mich endlich mal ans Aufsetzen einer Domain wage). Und ich lerne neue Tipps und Tricks kennen.

 

Zwei Tumblr-Blogs, die man abonnieren sollte

In bester Tradition (schließlich gibt auch Herr Kaliban zum Wochenende stets seine Sonntagslinks zum Besten) gibt es heute zwei Links zu Tumblr-Blogs, die mir mich letzte Woche ziemlich erheitert haben.

Hustla Da Rabbit

Das erste ist Texts from Bennett. Der Macher stellt darin seine SMS-Nachrichten online, die er mit seinem Cousin Bennett austauscht. Bennett scheint ein großartiges Spezimen zu sein: 17, kaukasisch-weiß und davon überzeugt, dass er der größte Gangsta in der Hood ist, Bro. Ich denke, dass das Blog (und vor allem die SMS) echt sind. Und wenn nicht, hey, ich hab gelacht.

Yolanda und die Ananas

Das zweite Tumblr-Blog ist Roomie4Sale, die Leidensgeschichte einer Studentin und ihrer Mitbewohnerin. Einfach lesen und lachen. Merke: Mitbewohner sucht man im Internet nur, wenn es eine Möglichkeit gibt, dass man sie wieder loswird.

Schönen Sonntag noch.

(beides via Reddit).