Basteltipp: Einen N64 in eine Handheld-Konsole umbauen

Ah, der N64 – vor allem Goldeneye war ja wohl einer der besten Konsolenshooter (Proximity-Mine unter die Treppe, muhahahahaha). Leider ist der N64 aber alles andere als portabel – es sei denn, man ist ein cleverer Bastler.

Hier findet ihr eine Bilderstrecke, in der sich ein  N64 in eine wunderschöne Handheld-Konsole verwandelt. Nachbau auf eigene Gefahr, natürlich.

N64-Handheld-Linkage

Foodspotting ist cool

Ich mag location-based Dienste, also Apps, die mit der aktuellen Handyposition etwas cooles machen. Foursquare, Gowalla, alles großartig. Aber mein aktueller Favorit ist definitiv Foodspotting. Der Dienst arbeitet relativ einfach: Die App sucht die aktuelle Position und zeigt anschließend Bilder von Gerichten, die in der Nähe aufgenommen wurden. Die Idee dahinter ist, dass man anderen Nutzern nicht nur einfach ein Restaurant sondern ein spezielles Gericht empfehlen kann.

Das ist besonders praktisch, wenn man in einer fremden Stadt und hungrig ist, wie es mir letztens in Berlin ging. Ich starte also die App und sehe ein paar nette Bilder von Dim Sum, die es scheinbar in einem Laden ungefähr 700 Meter entfernt gibt. Die sehen so gut aus, also steuer ich hin. Und es zeigt sich, dass es wirklich ein Volltreffer war, leckeres essen, anständige Preise. Auch in München habe ich damit schon einige Geheimtipps gefunden – etwa das TacoLibre am  Hauptbahnhof.

Natürlich kann jeder auch seine eigenen gefundenen Gerichte beitragen. Das geht relativ einfach, Bild des Essens aufnehmen, Restaurant und Kategorie auswählen und abschicken.  Natürlich kommt es auf die Kameraqualität an, da unterscheiden sich die Handys ja teilweise enorm (I’m looking at you, iPhones und ältere Androids)

Foodspotting

Foodspotting

Was mich aber überrascht ist, wie gut die App schon mit  Einträgen gefüllt ist. Andererseits habe ich sie auch bislang nur in Großstädten wie München oder Berlin genutzt, wo es schon statistisch mehr Einwohner und damit mögliche Nutzer.

Die App gibt es für Android, iOS, Windows Phone 7 und BlackBerrys, womit so ziemlich alle aktuellen Plattformen abgedeckt sind. Kostenlos ist es noch dazu, probiert es einfach mal aus. Wer mir folgen möchte, hier ist mein Profil.

Videotipp: Eine Internetgeschichte

Ok, ich bin mir nicht sicher, ob es stimmt – aber es ist unheimlich. Und gut gemacht.

Ich glaube, es ist ein Fake, aber ein sehr gut gemachter. Auch, weil es die passenden Seiten gibt, hier ist die Seite der Schatzsuche und hier das YouTube-Profil von Fortress. Fand ich deutlich unheimlicher als Blair Witch Project damals.

via /r/videos

Chaos Computer Club, Schäuble und der Bundestrojaner

“Die Ermittlungs-Software wird nicht zu einer Beeinträchtigung der auf dem betroffenen Rechner installierten Sicherheitssoftware führen”, heißt es in Schäubles Haus bestimmt. Dritten werde somit ein Eindringen in den betroffenen Rechner durch den Einsatz des Bundestrojaners nicht erleichtert. Außerdem werde sichergestellt, dass die Software “keine eigenen Verbreitungsroutinen und einen wirksamen Schutz gegen Missbrauch durch Dritte beinhaltet”.

Heise

Schäuble und der Bundestrojaner. Wer sich erinnert, der frühere PanikInnenminister Schäuble hatte irgendwann die großartige Idee, dass man doch eine staatliche Malware entwickeln könnte, mit der man die Kommunikation von “Verdächtigen” remote überwachen kann. Das Bundesverfassungsgericht fand die Idee nicht so prickelnd und hat den Einsatz und die Funktionen 2008 kräftig eingeschränkt.

Sprung ins jetzt: Dem Chaos Computer Club wurden scheinbar mehrere Festplatten zugespielt, auf denen der Bundestrojaner installiert war. Nach einer Analyse stellten sie fest: Ja, das Ding funktioniert und es macht deutlich mehr als es soll. Wie jede gute Malware nimmt sie beispielsweise regelmäßig Screenshots vom Bildschirm aus und versucht gleich auch noch, die Verschlüsselung von Skype auszuhebeln. Die Daten landen dann wohl irgendwo auf einem Server in den USA (kann man so überhaupt sicherstellen, dass sie von niemanden manipuliert werden)? Außerdem haben die behördlichen Virenschreiber scheinbar kräftig bei ihren kriminellen Vorbildern abgekupfert. Laut dem CCC-Bericht kann der Bundestrojaner neue Module nachladen, um so etwa auf angeschlossene Webcams zuzugreifen.

Wie immer haben sie aber bei der Sicherheit geschlampt. Die abgefangenen Daten landen werden zwar verschlüsselt übertragen, sie Software selbst ist aber scheinbar so schlampig abgesichert, dass es dem CCC möglich war, die infizierten Rechner von außen zu übernehmen.

Lasst euch das auf der Zunge zergehen: Die Bundesregierung schreibt Malware, die schlechter abgesichert ist als Zeus und Co und bietet anderen Kriminellen so die Möglichkeit, neue Rechner in ihr Botnet aufzunehmen. Steuergelder bei der Arbeit. Vor allem: Was passiert denn, wenn ein so überwachter Computer von außen übernommen wird und anschließend für andere Attacken genutzt wird oder man illegale Inhalte aufspielt?

Auch die Sicherheit des Trojaners selbst ist fraglich. Beim Lawblog-Eintrag dazu fand sich dieses Zitat:

“Wir waren überrascht und vor allem entsetzt, das die Schnüffelsoftware nicht einmal den elementarsten Sicherheitsanforderungen genügt. Es ist für einen beliebigen Angreifer ohne weiteres möglich, die Kontrolle über einen von deutschen Behörden infiltrierten Computer zu übernehmen”, sagt der CCC-Sprecher. “Das Sicherheitsniveau dieses Trojaners ist nicht besser, als würde er auf allen infizierten Rechnern die Passwörter auf ’1234′ setzen.”

Als Artikel dazu empfehle ich den Beitrag der Zeit, schön aufgearbeitet und gut geschrieben. Außerdem hat sich Mikko Hypönnen von F-Secure dazu Gedanken gemacht.

Was mich am meisten enttäuscht ist, das die Sicherheitshersteller keine Signatur der Schäuble-Malware haben (das bessert sich inzwischen leicht), obwohl das in den Pressegesprächen so gegen 2008 von allen versprochen wurde (bösartige Software ist bösartige Software, egal wer sie schreibt – so ungefähre waren die Antworten). Ich geben den Hersteller nun mal einen Vertrauensvorschuss und denke, dass die eher daran liegt, dass relativ wenige Samples eingereicht wurden. Denn trotz allem dürfte die Software weniger häufig eingesetzt worden sein als jede andere Malware. Ich denke nicht, dass es gezielte Abmachungen im Hinterzimmer gegeben hat.

Fazit: Traue keinen Versprechungen der Innenminister, erst recht nicht, wenn die Begriffe “Sicherheit” und “Internet” in einem Absatz vorkommen. Und vielleicht: Wechselt zu Linux oder Mac OS X, dann seid ihr noch ein paar Jährchen sicher.

 

Linktipp: Gedächtnis der Nation

Oh, da hab ich doch was nettes im offiziellen Google Europa Blog gefunden – die Videoseite “Gedächtnis der Nation“. Bertelsmann, Daimler, Gruner und Jahr, Google, die Robert Bosch Stiftung, Stern und das ZDF haben einen gemeinsamen YouTube-Kanal eröffnet, in dem Zeitzeugen an die letzten 100 Jahre deutscher Geschichte erinnern. Außerdem kann man auch selbst neue Beiträge einreichen.

Die Beiträge lassen sich nach Ereignissen und Themen sortiert anzeigen, zudem gibt es Jahrhundertzeugen, hauptsächliche Prominente wie Genscher, Kohl oder Schmidt. Klickt man auf ein Thema, etwa die Entführung der Landshut, landet man auf einer Unterseite. Diese zeigt den Hauptfilm, seitlich daneben sind die Interviews mit den Zeitzeugen zu finden.

Gedächtnis der Nation - die Entführung der Landshut

Gedächtnis der Nation - die Entführung der Landshut

Viele der Beiträge kenne ich bereits, die werden ja immer wieder gerne auf Phönix oder den digitalen Kanälen des ZDF ausgestrahlt. Die meisten sind aber gut gemacht und interessant, kann man also immer wieder anschauen.

Interessant wird es, wenn das wirklich durchstartet und sich Zeitzeugen abseits der üblichen Verdächtigen (Kohl, Genscher, Schmidt) finden. Gerade für Lehrer wäre das eine interessante Fundstelle – nur ist nicht klar, unter welcher Lizenz die Videos online stehen. Was ich allerdings ein wenig schade finde ist, dass alles in einem geschlossenen System liegt. Klar, Google stellt massig Bandbreite für so ein Projekt zur Verfügung, aber eine anständige Website mit Filmen unter einer offenen Lizenz würde dem Projekt doch besser zu Gesicht stehen – und wir könnten sicher sein, dass man auf diese Daten noch in den nächsten 100 Jahren zugreifen kann. Ich habe mal eine Anfrage

 

Steve Jobs ist tot

Wow, da wird man doch unangenehm wach. Steve Jobs, CEO von Apple, ist an Krebs gestorben. Die ComputerWoche hat einen passenden Nachruf:

Steve Jobs war der Vater vieler Revolutionen. Seit Jahren kämpfte er mit dem Krebs. Nach seinem Tod fragen sich viele: Was wird jetzt aus Apple?

Steve Jobs hat Apple zu einem polarisierdenden Unternehmen gemacht-  man mag es oder man mag es nicht. Dazwischen ist nicht viel Platz. Aber er hat vor allem die Mobilfunkindustrie ordentlich angetrieben (ich erinnere mich mit Schaudern an die Touch-Screens der alten Windows Mobile Geräte wie etwa dem MDA Pro, das sind Welten zu heutigen iPhones/Androids/Nokias)

Ich bin selbst kein Apple-Fan und es hat mich viel Mühe und Überwindung gekostet, das Genie dieses Menschen anzuerkennen. Das iPad ist noch immer das beste Tablet. Und er hat uns Konzepte wie die App so ins Gehirn gehämmert, dass sogar Leute, die von IT keine Ahnung haben, kapieren, was das ist.

Ich möchte mich daher den Worten von Steve Ballmer anschließen:

I want to express my deepest condolences at the passing of Steve Jobs, one of the founders of our industry and a true visionary. My heart goes out to his family, everyone at Apple and everyone who has been touched by his work.”

(Bild: Jonathan Mak)

Das Geschwätz vom Klarnamen

Was ich mich immer Frage, wenn (vorwiegend CSU-Internetpolitiker) vom Klarnahmenzwang im Internet faseln: Gilt das dann auch für die “echte Welt”. Sprich, muss da auch jeder seinen eigenen Namen verwenden und darf kein Pseudonym mehr einsetzen? Das wäre durchaus interessant, ob etwa Herr Farin Urlaub dann seine Platten als Jan Vetter von Gesetzwegen verkaufen müsste. Oder ob sich Polizisten bei Demos nicht mehr nur als Mars I/4 bezeichnen dürfen sondern ihre Nachnamen direkt an der Uniform tragen müssten. (Gut, der taz-Artikel ist schon ein wenig älter, aber grundsätzlich geändert hat sich nichts). 

Ja, das wäre interessant.

Filmtipp: Tucker & Dale vs Evil

Was wäre eigentlich, wenn die Hillbilly-Slasher-Filme eigentlich aus der falschen Perspektive gezeigt werden? Wenn es sich bei Leatherface beispielsweise um einen friedlichen Farmer handelt, der in eine Serie von unkonventionelle Unfällen verwickelt wird. Gibt es nicht, sagt ihr?

Oh, im Gegenteil. Der Regisseur Eli Craig zeigt genau dieses Szenario im Film “Tucker & Dale vs Evil“. Hier die Zusammenfassung von Video.de:

Die Landeier Tucker und Dale wollen eigentlich nur ein gemütliches Wochenende in einer Holzhütte im Wald verbringen. Doch am See nebenan macht eine Horde College-Kids wilde Party. Als Tucker und Dale das Mädel Allie vor dem Ertrinken retten, interpretieren die anderen Studenten dies als Entführung durch zwei Psychokiller und blasen zum Angriff. Der führt zu einigen todbringenden Unfällen, die die Schülerschaft dezimiert. Trotz Überlebenskampf bleibt Zeit zum Spinnen romantischer Bande zwischen Allie und Dale.

Es macht wirklich Spaß dabei zuzusehen, wie Craig alle bekannten Motive aus den Slasher-Filmen einfach umdreht – die Hillbillys sind zwei liebenswerte Kerle, die College-Kids sind nicht nur nervig sondern haben scheinbar wirklich tiefgehende Probleme. Die Unfälle sind genial inszeniert und stehen anderen Splatterfilmen kaum nach. Tucker wird genial von Alan Tudyk (Firefly) gespielt, Tyler Lybine übernimmt den Part von Dale,  US-Serien-Sehern als Sock aus “Reaper” bekannt.

Hier ist der Trailer (Blutig, Nicht unbedingt Safe for Work):

Und falls das noch nicht reicht, dann sollte dieser Tweet den Ausschlag geben:

Wie man seinen Laptop absichert

Bei Grepopular gibt es eine sehr gute Anleitung, wie man sein Notebook gegen verschiedene Attacken absichern kann.

Was mir dabei besonders gut gefällt, ist, dass der Nutzer das installierte Windows 7 als Honeypot hernimmt, um mögliche Diebe direkt auszuspionieren. Ich könnte mir gut vorstellen, dort neben einer Software wie Prey gleich noch einen DynDNS-Dienst und einen Keylogger einzurichten. Prey kann ich übrigens nur wärmstens empfehlen. Die Lösung ist Open Source und installiert einen unsichtbaren Deamon im Hintergrund, der sich mit dem Online-Dienst verbindet, wenn Zugriff aufs Web möglich ist. Verschwindet das Notebook, kann man via Prey die Webcam aktivieren, wichtige Daten löschen oder eine Ortung des Gerätes versuchen. Sehr cool.

Wer allerdings eine Windows-Only-Umgebung hat, der muss wohl ein wenig trickreicher werden. Mein Thinkpad zum Beispiel bootet nicht direkt in den User-Mode, ein Passwort/Fingerscan verhindert das. Allerdings sollte es relativ einfach sein, einen Account aufzusetzen, in dem man sich ohne Passwort anmelden kann (etwa Gast oder Mum), damit der jeweilige Dieb seine Internetverbindung aufbauen und Prey ans Werk gehen kann.

Als kleinen Bonus noch das Video von der Defcon 18 mit dem Titel “Pwned by Owner”. Der ein oder andere kennt das wahrscheinlich schon, aber das passt wunderbar.

Sichert ihr eigentlich eure Systeme irgendwie ab? Oder hofft ihr, dass nichts passiert?

via /r/netsec

Das Wall Street Journal kürt die Top-Hackermovies und vergisst den wichtigsten

Da versucht sich also ein alt ehrwürdiges Magazin an den wichtigsten Hackerfilmen - und versaubeutelt es aber irgendwie.

Hacking “is very, very difficult to put into an interesting movie story, because the technology is buried in code and programming, and it’s about the most uninteresting kind of thing you could ever depict anybody engaging in,” says Donn Parker, a security expert who has consulted on numerous hacker films.

That said, a few movies get it right. We asked security experts for their take on the best hacker movies of all time. Here are a few of their choices.

Mit dabei sind WarGames (gilt als Klassiker, ich finde ihn nicht sooo prickelnd. Vor allem wegen dem Kuhaugenbroderick), Sneakers (einer meiner Lieblingsfilme. Setec Astronomy!), Office Space (noch nie gehört, aber ist vom Macher von Beavis and Butthead – ich weiß nicht, ob man den also gesehen haben muss..), Catch Me if you Can (Wegen Social Engineering), The Net (ah, ja, Sandra Bullock und der Code-Review von Wolfenstein. Unvergessen) und Matrix (der erste. Es gab nur einen Matrix-Teil.)

Na, wem fehlt auf, was fehlt? Logisch, Hackers. Nicht, weil er der beste Film ist oder der realistischste oder der witzigste. Nein, Hacker ist eigentlich Trash. Aber es ist einer der ersten Filme, der Hacker nicht als die Kellerkinder und Versager  darstellt, sondern auch einen Blick auf die komplette Kultur dahinter wirft. Greg Dean von RealLifeComics stellt es genau richtig da (übrigens in meinen Augen eins der besten Webcomics da draußen).

Und außerdem: Der Cameo-Aufrtritt von Penn Jilette ist ja wohl Grund genug, dass es der Film in jede Hacking-Übersicht schafft. Wer sich nicht mehr erinnert, Penn hat die Szene auf der Defcon 19 nachgespielt: