Wie man Flash (oder Firefox oder Lotus Notes) vom iPad aus nutzt
Auf meinem letzten Trip in die USA (zum WES 2010, hier wäre der Artikel) habe ich dem Kollegen Vilsbeck (u.a. CPU-Guru beim TecChannel) ein iPad mit gebracht. Natürlich konnte ich es nicht lassen, mit dem Gerät ein wenig zu spielen. Leider haben sich meine meisten Erwartungen und Befürchtungen bestätigt: Während das iPad an sich ein schön verarbeitetes Gerät mit einem unglaublich guten Touchscreen ist, sorgt die Zickerei Geschäftspolitik von Apple dafür, dass ihm einfach wichtige Funktionen wie Flash fehlen. Doch während mein Fazit war, dass ich einfach abwarte, hat Kollege Vilsbeck eine Lösung gefunden, die so einfach und genial ist, dass ich kaum glauben kann, dass noch niemand anderes darauf gekommen ist:
Er nutzte einfach einen VNC-Client, um vom iPad aus auf seinen Windows-Desktop zugreifen zu können.
Damit stehen ihm alle Funktionen des Windows-Rechners zur Verfügung – eben auch inklusive Flash, einer VPN-Verbindung ins Firmennetz oder ein Lotus Notes Client. Das Setup dafür ist relativ simpel: Auf dem Windows-Rechner wird ein VNC-Server installiert, den passenden Client (etwa Mocha VNC Lite oder Remote Desktop Lite, letzteres funktioniert auch ohne VNC-Server) gibt es kostenlos im AppStore (iPad-Nutzer aus Deutschland müssen wegen der Zickerei Geschäftspolitik von Apple auf den iTunes-Store am Desktop zurückgreifen. Den passenden Server samt Installationsanleitung findet man zum Beispiel bei RealVNC – ebenfalls kostenlos für den Privatgebrauch.
Fazit: Durch diesen kleinen Trick wird das iPad endlich ein vollwertiger Tablet PC. Nahezu jeder dürfte einen (oder mehrere) Flash-fähige Rechner besitzen, die sich mit für RDP herrichten lassen. Doch denkt man weiter, wird damit auch der Schritt ins Business möglich. Egal ob Linux, Mac OS X oder Windows – per RDP öffnet man vom iPad aus ein Fenster auf den richtigen Rechner. In Kombination mit virtuellen Maschinen, Stichwort Virtual Desktop, kann man Nutzer so eine weiter Eingabemöglichkeit an die Hand geben, mit der etwa Ärzte digitale Krankenakten pflegen oder Außendienstler Eingaben in Formulare vornehmen können. Die Daten selbst liegen nicht auf dem iPad, sondern (hoffentlich) gesichert im zentralen Rechenzentrum. Wie gesagt: Eigentlich ist es verwunderlich, dass da sonst noch keiner draufgekommen ist.




