Hochpreisige, goldhinterlegte HDMI-Kabel sind Bullshit

Wer zumindest ein paar aktuelle Multimediakomponenten hat, etwa eine Xbox 360, eine PS3 oder einen Blu-Ray-Player samt HDTV, der brauch HDMI-Kabel. Meist kauft man nicht nur eins, sondern geht irgendwann shoppen, weil mehr her müssen. Spätestens dann stolpert man bei MediaMarkt, Saturn und Co über  Kabel wie die hier von Hama (3m, bei Amazon 30 Euro) oder gar von Monster (2 m, bei Amazon 75 Euro).Alternativ zeigt eine kurze Suche bei Amazon aber auch Kabel für 1,99 Euro oder 3,31 Euro.

Was ist also der Unterschied zwischen den beiden Kabel?

Absolut nichts.

Monster, Hama und alle anderen Kabelhersteller nutzen fröhlich die Funktionen, mit denen man bereits früher bei Audio/Video-Zubehör punkten, bzw mehr Geld verlangen konnte.

Da sind Anschlüsse mit Gold belegt, Kabel sind x-fach abgeschirmt und mit Gasen gefüllt. Das Problem dabei: Während das vor HDMI vielleicht sogar etwas gebracht hat, ist das bei HDMI hinfällig. Denn früher wurde das Signal analog übertragen, ähnlich wie früher beim Fernsehen konnten äußere Einflüsse das Signal stören oder verschlechtern. Beim Fernseher drehte man dann am Empfang, bei den Kabeln setzte man auf höherwertige Materialien.

Das ist mit HDMI hinfällig. Bilder und Ton werden dort digital übertragen. Das bedeutet: Die Qualität ist absolut, entweder kommen die Daten an oder nicht. Nichts dazwischen. Die Übertragung wird von äußeren Einflüssen (mit Ausnahmen ein Kabelbruch o.ä) nicht gestört. Wer also zu Gold und Co beim HDMI-Kabel greift, der hat zwar schöne Stecker – viel mehr aber auch nicht.

Aber die Werbung von Monster und Co verspricht noch mehr. So etwa einen Ultra-High-Speed, der Daten mit 10,2 GBit/s übertragen soll. Wow. Da kann so ein billiges Kabel doch nicht mithalten, oder?

Doch.

Zumindest, wenn es der HDMI 1.3x oder 1.4 Spezifikation entspricht. Denn laut dieser Spezifikation müssen die Kabel eben diese 10,2 Gbit/s übertragen können, sonst gibt es keine Zertifizierung. Die Wikipedia zeigt im Abschnitt Version Comparsion diese Infos ganz gut.

Eine sehr sehr gute Infografik zu diesem Thema kommt von Mint.com:

HDMI-Infografik (von Mint.com)

HDMI-Infografik (von Mint.com)

Warum sind Kabel also so teuer? Die Antwort ist Marge. Kabel können für wenige Cent hergestellt werden und lassen sich mit massivem Aufschlag verkaufen (das gilt nicht nur für HDMI, sondern auch für alle anderen Kabel).

Dabei als Anmerkung: Das gilt natürlich nur für kurze Kabel, etwa bis 5 oder 6 Meter. Wer längere Strecken überwinden muss, benötigt ein so genanntes Aktives HDMI-Kabel – sonst wird das Signal über die Strecke zu schwach und kommt nicht mehr an (nein, das Bild wird nicht schlechter, sonder es kommt einfach kein Signal an). Vor allem bei denen hauen die meisten Läden kräftig zu – bei den normalen Elektronikmärkten braucht man gar nicht nachschauen. Ich habe beispielsweise ein 20 Meter Kabel, aktiv, HDMI 1.3b und es hat 70 Euro gekostet – das ist Welten von dem entfernt, was etwa Conrad haben wollte.

Wikileaks: Fünf mögliche Nachfolger für Assange

Möglicherweise sind Julian Assanges Tage in Freiheit gezählt – sollten sich die Vergewaltigungsvorwürfe (die ja teilweise schon relativiert wurden) wirklich bewarheiten, habe ich auch kein Mitleid mit ihm. Anders dagegen Wikileaks, meiner Meinung nach (und ich bin nicht allein) braucht es solche Plattformen, um die Hintergeschäfte der Politiker ans Tageslicht zu ziehen. Wäre eigentlich die Aufgabe der Massenmedien, aber die sind wohl zu sehr damit beschäftigt, Google zu bekämpfen.

Allerdings: Eine Plattform in den Medien braucht einen medientauglichen Sprecher, die aktuelle Nummer 2 macht da meiner Meinung nach nicht allzuviel her. Deswegen hier fünf Vorschläge an möglichen Assange-Nachfolgern:

1. Danny Trejo

Danny Trejo

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: IMDB)

Vorteil: Nobody fucks with this mexican. Amazon würde sich zweimal überlegen, ob sie die Server abschalten, wenn Machete die Rechnung zahlt.

Nachteil: Trejo ist leider noch mehr Bad Guy als Assange.

2. Helmut Kohl

Helmut Kohl

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: Wikipedia, CC-BY-SA)

Vorteil: Niemand kann ihm vorwerfen, dass er Informanten (oder Geldgeber) ausplaudern würde. Dazu kommt der “Ich hab die Mauer quasi mit eigenen Händen eingerissen” Bonus. Und die Bild wäre plötzlich der erste Fan von Wikileaks.

Nachteil: Bereits über 70 und hat wohl eigene Leaks im Keller.

3. Keanu Reeves

Keanu Reeves

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: Flickr/Y! Musica)

Vorteil: Spiegel Online und Kollegen schreiben Assange immer wieder nach, er wäre wie Neo aus Matrix. Warum also nicht gleich den echten Neo einstellen? Plus, er hat Ahnung mit Anschlägen  (Speed) und Cyberspace-Zeugs.

Nachteil: Furchbar philosophisch-verschwurbelte Vorträge möglich, Sad Keanu genießt einen zweifelhaften Ruf bei 4Chan und Co (Know your meme).

4. Morgan Freeman

Morgan Freeman

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: Universal)

Vorteil: Spielte mehrfach Gott. Und hilft Batman.

Nachteil: Wanted.

5. Eine Lolcat

Lolcat

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: Icanhazcheeseburger)

Vorteile: Ist im Internet quasi zuhause und ist auch bei nahezu allen Medien beliebt (Bilderstrecken bringen viele PIs). Und kein Minister der Welt kann einer Lolcat lange böse sein.

Nachteil: Zweifelhafte Grammatikkenntnisse könnten die Veröffentlichung von Leaks erschweren.

BONUS: The Coon

The Coon

Alternative Wikileaks-Sprecher

(Bildquelle: Comedy Central/Southpark)

Vorteil: Bekämpft das (aus seiner Sicht) Böse. Schreckt auch vor extremen Maßnahmen nicht zurück

Nachteil: Wer ist der Coon? Leider mit Coon and Friends ausgelastet, vor allem seit Mintberry Crunch weg ist.

Noch eigene Vorschläge (Chuck Norris gilt nicht, der gibt sich mit solchen Kleinigkeiten nicht ab)? Dann ab in die Kommentare damit.

Zune-Software außerhalb der USA herunterladen

Was kaum bekannt ist: Die Zune-Software von Microsoft ist ein richtig cooles Stück Technik, sie kann locker mit dem Media Player, Winamp oder iTunes mithalten. Problem: Wer nur auf Zune.Net geht, wird nicht weit kommen, denn offiziell gibt es noch kein Zune bei uns. Der Trick: Ganz unten auf der Seite kann man von Deutschland auf International umschalten. Anschließend einfach die Vereinigten Staaten auswählen und – Bazinga! – schon hat man die richtige Seite. Möglicherweise noch einfacher ist, die URL http://www.zune.net/en-US/ direkt aufzurfen.

Die Software steht als 32- oder 64-Bit Download zur Verfügung. Besonders unverständlich: Der Zune Player ist komplett auf Deutsch übersetzt – warum macht man sich diese Mühe, wenn man ihn dann nur mit solchen Tricks kriegen kann?

Ein weiteres Problem: Wird Zune in Deutschland gestartet, so erhält man eine enorm kastrierte Version. Wie man aber alle Features, inklusive des Smart-DJ erhält, zeigt mein gestriger Eintrag. Der Einträg hier hätte vielleicht sogar vor den gestrigen (Mehr Funktionen aus Zune rausholen) gehört, wenn man aber nun das Blog von oben nach unten durchliest, dann kommt er richtigrum. HA.

Video: Dell Streak Unboxing Porn

Uch, das ist vielleicht ein SEO-freundlicher Titel. Wer die Videos nicht kennt (die übrigens, wahrscheinlich Safe for Work sind): Revision 3, ein US-Gadget-Magazin nutzt ausgefeilte Drehtechniken der 80er Jahre um Geeks und Nerds das nächstbeste zum Pr0n zu bieten – das Auspacken eines neuen Gadgets. Mit farbigen Filtern und einer dazu passenden Schönheit. Und schmierigem “Delivery Guy”. Doch genug des Vorspiels:

Ähem. So. Nunja. Also eigentlich hatte mcih das Streak durchaus interessiert – allerdings finde ich es als Tablet und iPad-Alternative zu klein, eigentlich vor allem zu schmal. Noch dazu Android OS 1.6? Nein Danke. Leider. Da warte ich doch dann weiter auf das Palmpad – oder das WeTab, das übrigens im September in die (Media) Märkte kommen soll.

Olympia: Microsoft gibt Silverlight Media Framework frei

Holla und Servus von der Mix10 in Las Vegas, der Webentwicklerkonferenz von Microsoft (mehr dazu später – oder früher, je nach eurer Zeitzone). Eins der großen Topics aus der heutigen Keynote ist Silverlight 4. Das  Framework laut MS mittlerweile auf knapp 60 Prozent aller Internet-fähigen Geräte (sie müssen aber Windows oder Mac OS nutzen). Zu einem der größten Erfolge der Technik gehört, dass sie für die Webübertragung der olympischen Winterspiele in Vancouver genommen wurde.

Im Rahmen dieses Vorhabens hat Microsoft eine Reihe von Tools erstellt und im Silverlight Media Framework zusammengefasst. Darin gibt es nicht nur einen Player (der so spaßige Funktionen wie Vor- und Zurückspulen hat), sondern vor allem auch eine Editing-Software. Mit dieser kann man quasi per Drag and Drop die verschiedenen Clips zusammenbauen und rausschicken. Der Editor sieht sehr einfach zu bedienen aus, sollte sich also auch für Nicht-Profis lohnen.

Besonders Schmankerl: Microsoft hat das komplette Silverlight Media Framework freigegeben, es steht hier kostenlos zur Verfügung.

MP3s über Amazon kaufen – ein Selbstversuch

Seit März 2009 kann man beim deutschen Amazon MP3 Store Alben und einzelne Lieder als MP3s ohne Kopierschutz kaufen. Damit mischt Amazon einen Markt kräftig auf, in dem sich seit einigen Jahren Dienste wie Napster, Musicload oder iTunes zu etablieren versuchen. Zankapfel ist aber seit langem ein Kopierschutz mittels Digital Rights Management (DRM), der ein Abspielen auf anderen Systemen als Windows oder Apple nahezu unmöglich macht.

Amazons MP3-Store verzichtet ebenfalls auf einen DRM-Kopierschutz und beinhaltet mittlerweile ein beeindruckenendes Portofolio. Neben aktuellen Songs gibt es auch zahlreiche Klassiker und ältere Alben. Anders als bei iTunes gibt es keinen Einheitspreis für Songs oder Alben. Amazon staffelt die Preise, diese reichen von etwa 4,90 Euro bis hin zu knapp 10 Euro pro Album. Einzelne Lieder kosten ab 70 Cent bis hin zu 99 Cent.

Amazon MP3

Der Download-Manager von Amazon: Gibt es für Windows, Mac OS und Linux.

Technisch gesehen macht man keinen schlechten Deal. Amazon verkauft die meisten Lieder mit einer Bitrate von 256 kbs im MP3-Format. Die einzelnen Dateien sind einwandfrei getagged, inklusive Albumcover. Dank DRM-Verzicht lassen sich die Dateien in jedem MP3-fähigen Player abspielen oder brennen. Getestet haben wir es mit einem iPod Video, es funktionierte einwandfrei. Dennoch sind die Dateien über Wasserzeichen gekennzeichnet. Wie Wired berichtet lassen sich die Dateien damit dem jeweiligen Verkaufsort zuordnen, enthalten aber keinerlei private Informationen über den Käufer.

Amazon MP3 Wired

Wie man in diesem Bild von Wired sieht, enthalten die Amazon-Dateien einen kleinen Unterschied gegenüber einer komplett freien Datei.

Einen Nachteil gibt es allerdings gegenüber Diensten wie Napster: Die Lieder lassen sich eigentlich nur einmal herunterladen. Amazon schreibt in der FAQ, dass sich der Nutzer anschließend selbst um Backups kümmern muss. Im Forum wird allerdings berichtet, dass man im Notfall dem Amazon-Kundendienst eine E-Mail schreiben kann, anschließend werden die Lieder wieder für einen Download freigegeben. Das könnte Amazon noch ein wenig eleganter regeln. Ansonsten ist der Dienst ein Vorbild und zeigt, wie man mit einem einfachen System Musik im Internet verkaufen kann, ohne den Endkunden DRM-Systeme aufzuzwingen.