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Meinung: Opera Unite – Interessanter Ansatz aber kaum Revolution

Opera hat sein neues Unite-Projekt vorgestellt. Damit soll jeder Browser gleichzeitig Daten anbieten, etwa um Freunden Bilder zu zeigen oder um zusammen an Dokumenten zu arbeiten. Die große Idee dahinter, in einem Video angepriesen, dass Server und Client wieder eins werden. Hier das Video:

Dabei gibt es allerdings ein Problem. Die Server-Client-Landschaft ist aus einem guten Grund gewachsen. Denn ein Server kann Dienste anbieten, die lokal einfach nicht möglich sind. Server sind normalerweise rund um die Uhr, sieben Tage die Woche an Leitungen mit hoher Bandbreite angeschlossen. Ein Client ist sporadisch an und aus, auch die Bandbreiten sind noch lange nicht da,  wo sich Server normalerweise tummeln. Vor allem beim Thema Upload zieren sich die Anbieter, die Datenraten liegen meist weit hinter den Downloads zurück.

Dementsprechend macht es vielleicht Sinn, eigene Bilder zu zeigen. Aber schon, wenn es um das Thema Collaboration geht wird es eng. Denn wenn der Rechner, der das Hauptdokument enthält offline ist, dann können auch alle anderen nicht auf die Inhalte zugreifen.

Ein anderes Argument ist das Thema Kosten. Klar, lokaler Speicherplatz sieht zunächst billiger aus als Webspace. Geht es aber um einzelne Aufgaben, eignen sich Online-Dienste oft deutlich besser – einfach, weil sie noch mehr Funktionen bieten.

Ich will Opera Unite in keinem Fall schlecht machen, das Konzept hat schon einige nette Funktionen. Allerdings reicht das nicht, dass ich komplett von einem Browser wie Firefox, IE oder Chrome auf Opera umsteigen werde. Seht es euch an, aber glaubt nicht an den Hype, den einige Magazine verbreiten. Oder lieg ich falsch?

– Mo

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

2 Kommentare

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  • Du liegst falsch.
    Der unglaubliche Vorteil von “Opera Unite” ist das deine Daten wieder dir gehören. Sie liegen auf deinem Computer und du entscheidest ob du sie löschst, änderst oder sonstwas damit tust.
    Klar kann sie jemand der auf deine Seite geht mal kopieren, aber ich denke viele Menschen werden der Vorstellung etwas abgewinnen können, das die Fotos, Lieder, Texte, usw… LOKAL auf ihrem Computer gespeichert sind und nicht irgendwo in einer Wolke.

    Natürlich ist das nicht der Mehrzahl der Nutzer wichtig, aber das kann sich ja noch ändern. So oder so gibt es aber bestimmt viele Menschen die sowas aus welchen Gründen auch immer interessant finden.

  • Naja gut, aber mein Webspace gehört ja auch mir – und der ist, anders als mein Quad Core hier am Arbeitsplatz, immer an.
    Ich versteh deinen Einwand schon, ich persönlich finde es einfach zu unpraktisch, da ich ja recht oft unterwegs bin.
    Hast du Unite im Einsatz? Mich würden da durchaus Erfahrungswerte interessieren.

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