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Nerd Supreme spielt: inFAMOUS

Cole ist fertig. Der Kurier musste einige der schwersten Entscheidungen seines Lebens treffen, die ihn gezeichnet haben. Sein bester Freund, seine große Liebe, seine Heimatstadt – alles steht bei inFAMOUS kurz vor dem Abgrund. Doch zurück zum Anfang – (Anti)-Held Cole wacht im Epizentrum einer Explosion auf und rettet sich mit letzter Kraft weg vom Ground Zero. Während seiner Flucht stellt er fest, dass er Starkstrom anzieht wie ein Blitzableiter. Nach einer Zwischensequenz kann der Spieler Cole komplett übernehmen. Die Explosion scheint eine Gabe in Cole geweckt zu haben, denn ab sofort kann er Elektrizität in seinen Körper aufnehmen und in Form von Blitzen wiedergeben. Er, sein Kumpel und seine Freundin Trish haben nur eins vor – raus aus ihrer Stadt, Empire City. Denn nach der Explosion breitet sich eine Seuche aus, welche die US-Regierung veranlasst, die Stadt hermetisch abzuriegeln. Doch der Ausbruchsversuch geht schief und Coles Abenteuer beginnt nun erst richtig.

Cole blitzt

(Bildquelle: Sucker Punch/Sony)

Zum Spiel: Empire City gliedert sich in drei große Bereiche – Neon District, The Warren und Historical District -, die zunächst voneinander getrennt auf Inseln im Fluss liegen. Im Lauf der Kampagne schaltet Cole eine Insel nach der anderen frei – und öffnet Brücken zwischen den verschiedenen Bereichen. Dabei wird der Spieler recht linear durch Empire City geführt, Storymissionen sind mit blauen Kegeln gekennzeichnet. Zusätzlich gibt es eine Reihe von Nebenmissionen, die mehrere Zwecke erfüllen. Zum einen geben sie dem Spieler Erfahrungspunkte, mit denen man die Fähigkeiten von Cole verbessern kann. Zudem befreien sie bestimmte Gebiete von Gegnern, so dass man dort seine Ruhe hat. Manche Missionen schalten außerdem Besonderheiten wie Kliniken frei, in denen der Spieler wiederbelebt wird. Die dritte Art von Missionen hängt mit dem Karma-System von inFAMOUS zusammen. Das Spiel stellt euch immer wieder vor Entscheidungen, die euch wahlweise Richtung Held oder Ausgestoßener bringen. Beschützt ihr beispielsweise einen Bürger und sein Hab und Gut vor Dieben, sammelt ihr gutes Karma. Grillt ihr den Kerl stattdessen und nehmt ihm die Besitztümer weg, erhaltet ihr negatives Karma. Je nach Rang könnt ihr nun bestimmte Missionen für die gute oder die böse Seite erledigen. Über euren Karma-Rang könnt ihr neue Fähigkeiten freischalten, außerdem verändert sich die Farbe der Blitze und Coles aussehen. Auch die Reaktion der NPCs änder sich: Hat Cole eine positiven Ruf, helfen die Bürger von Empire City ab und zu gegen Gegner, ist Cole als Strolch bekannt, kann es schonmal sein, dass ihn ein Mob angreift.

Cole Blitzschlag

(Bildquelle: Sucker Punch/Sony)

Zur Technik: inFAMOUS ist ein PS3-Only-Spiel. Die Ladezeiten halten sich, nach der Installation, in einem angenehm kurzen Rahmen. Sowohl der erste Start wie auch der Wiedereinstieg nach einem Tod klappt schnell und ohne große Wartezeiten. Bei der Grafik gibt es anzumäkeln, dass inFAMOUS nur eine Auflösung von 720p unterstützt. Das sorgt bei einem Full-HD-Fernseher teilweise für ziemlich hässliche Kanten und Ecken sorgt. Vor allem, wenn man näher dran am Fernseher sitzt fallen die teilweise sehr verwaschenen Texturen auf. Dafür sind die Blitze und Cole selbst meist sehr gut dargestellt. Besonders positiv: Uns vielen beim Durchspielen von inFAMOUS kaum Ruckler auf, so kommt teilweise ein sehr gutes Schnelligkeitsgefühl auf, etwa beim grinden über Stromkabel oder Bahnschienen. Außerdem ist die Weitsicht grandios – nahezu alle sichtbaren Gebäude in Empire City können erklommen werden.

Rundumsicht

(Bildquelle: Sucker Punch/Sony)

Kaum zum Einsatz kommt die Sixaxis-Funktion. Lediglich eine Fähigkeit, ein Blitzschlag aus dem Himmel, wird über Sixaxis gesteuert. Glücklicherweise hat das Entwicklerteam von Suckerpunch aber bei der Steuerung sehr gute Arbeit geleistet. Cole hüpft und kämpft elegant, schleudert Blitze und Schockgranaten, grindet über Stromkabel und zoomt sich dabei Gegner heran. Alle Bewegungen gehen bald flüssig von der Hand und sehen gut aus. Lediglich der Nahkampf schwächelt, nicht immer trifft Cole den anvisierten Gegner. Auch fehlte uns ein Nahkampfangriff, bei dem man den Gegner packt. Der Sound ist gut, die Musik nicht aufdringlich. Im Test hatten wir die englische Version, dort ist die Sprachausgabe sehr stimmig und passt zu den jeweiligen Charakteren.

Fazit: Alles in Allem ist inFAMOUS ein großartiges Spiel, dass den Spieler deutlich mehr an die Hand nimmt als andere Open World Games wie GTA oder Assasins Creed. Über die Dächer von Empire City zu hüpfen und zu klettern macht Spaß und wird – entgegen anfänglichen Bedenken – nicht langweilig. Auch die Story kann gefallen, die Zwischsequenzen werden größtenteils in Comicgrafik erzählt. Vor allem die großen Entscheidungen hinterlassen Spuren – egal, welche Seite man einschlägt, Cole wird immer Opfer bringen müssen. Wahrscheinlich deswegen hat inFAMOUS auch deswegen eine Freigabe ab 18 erhalten. In jedem Fall ist es ein Spiel für Erwachsene, nichts für Kinder. Sucker Punch hat sich glücklichwerweise komplett auf den Singleplayer konzentriert, so dass dem Spieler hier ein großartiges Erlebnis und ein unterhaltsames Spiel geboten wird. Da verzichtet man gerne auf einen Multiplayer-Modus. Wer Spiele wie Star Wars: The Force Unleashed oder Assasins Creed mochte, der sollte sich inFAMOUS ansehen – die Demo mit der sehr unterhaltsamen Zug-Mission gibts im US-Store.

Update: Noch ein kleines Schmankerl: Bei IGN gibt es kostenlos vier Kapitel aus dem Prequel-Comic zum Download.

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Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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