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Meinung: IVW – Page Impressions sind (endlich) am Ende

Eine kleine Revolution bahnt sich im Online-Bereich an. Wie Horizonte heute schreibt, will die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) die Währung PI (Page Impressions) beerdigen. Sollte das stimmen, wird das wohl einen unglaublichen Einfluss auf den Auftritt von Magazinen haben. Auch wenn Leser im allgemeinen nicht mitkriegen: IVW-PIs gelten bei vielen Magazinen als „Währung“, über die Anzeigen verkauft werden. Sprich, je mehr PIs ein Magazin produziert, desto wertvoller ist es in den Augen der Werbeindustrie.

Diese Feststellung mag zwar einmal gestimmt haben, wird aber seit einigen Jahren ad absurdum geführt. Das liegt daran, dass nahezu jede Interaktion eines Nutzers als gültige IVW-PI gewertet wird. Das bedeutet etwa, dass in einer Bilderstrecke jeder Klick eine Page Impression ist, für die man Geld verlangen kann. Das führt zu mehreren Nachteilen für den Leser. Etwa dass Artikel in möglichst viele Seiten aufgeteilt werden, um eine möglichst hohe Klickrate zu garantieren. Auch die inflationäre Verbreitung von Bilderstrecken mit mehr oder weniger Informationen liegen an der PI-Sucht. Besonders perverse PI-Erhöher sind Sudokus oder Kreuzworträtsel wie sie Medienblogger Stefan Niggemeier hier zusammengestellt hat.

Doch mit PIs ist es wie mit jeder Währung: Ein Überschuss sorgt für eine Inflation. Werden die Zahlen also künstlich nach oben getrieben, müssen immer mehr herangeschafft werden. Darunter leiden die eigentlichen Inhalte der Magazine, da nur klickträchtige Themen klar bevorzugt werden. Ihre eigentliche Aufgabe, nämlich ein Maßstab für die Reichweite eines Mediums zu sein, erfüllen PIs schon lange nicht mehr.

Wie genau die IVW in Zukunft messen will, hat sie noch nicht gesagt.

Übrigens: Nerd Supreme misst keine PIs. Unser Auswertungssystem Piwik zeigt uns lediglich Unique Visits, also wie viele verschiedene Leute auf diese Seite zugreifen. Diese Werte sind zwar deutlich geringer, sind aber um einiges aussagekräftiger.

– Moritz Jäger

via DWDL

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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