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Datenkraken: Kann Bing die Welt retten?

Mozillas Asa Dotzler erregt derzeit Aufsehen. Er empfiehlt Microsofts Suchmaschine Bing anstatt Google zu verwenden. Er wettert über Aussagen, die Googles CEO Eric Schmidt in einem Interview getätigt hat:

If you have something that you don’t want anyone to know, maybe you shouldn’t be doing it in the first place. If you really need that kind of privacy, the reality is that search engines — including Google — do retain this information for some time and it’s important, for example, that we are all subject in the United States to the Patriot Act and it is possible that all that information could be made available to the authorities.

Das ist natürlich starker Tobak. In anderen Ländern schert man sich aber nicht um den „Patriot Act“ der USA. Dass Eric Schmidt dies nur als willkommene Entschuldigung nutzt, ist sicherlich auch nicht ganz aus der Welt gegriffen. Die gesammelten Daten lassen sich bekanntlich in bare Münze umwandeln, indem man Anwendern gezielt Werbung vor die Nase setzt.

Brisant ist Dotzlers Empfehlung, da bekanntlich über 90 Prozent des Mozilla-Einkommens von Google kommt. Das lässt jetzt Raum zum Spekulieren. Ist der Herr Dotzler einfach nur geschockt, wie Herr Schmidt die Privatspähre mit Füßen tritt, oder weiß er einfach schon mehr als andere? Bing hat bis dato kein Äquivalent zu AdSense. Microsoft arbeitet aber daran und Microsoft Advertising für Publisher befindet sich in einem Beta-Stadium. Allerdings dürfen derzeit nur Webseiten-Betreiber mit einer US-Steuernummer daran teilnehmen. Aus Mozillas Sicht würde es durchaus Sinn machen, sich eine weitere Geldquelle ins Boot zu holen. Seit dem Erscheinen von Google Chrome will der Suchmaschinenprimus natürlich seinen eigenen Browser vermarkten. Die Kuscheldecke um Firefox ist somit etwas kratzig geworden.

Mozilla und Bing klingt irgendwie unlogisch, da Firefox dem Internet Explorer Monat für Monat Marktanteile stiehlt. Allerdings würde Microsoft sicher alles tun, um Googles Vormachtstellung bei den Suchmaschinen anzugreifen. Da könnte Mozilla ein recht willkommener Feind im Bett sein.

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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