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Die zwölf Gefahren zu Weihnachten – und wie wahrscheinlich sie bei uns sind

McAfee warnt im Artikel „12 Scams of Christmas“ bei CBC.ca vor zwölf möglichen Attacken, mit denen Nutzer um ihr Geld gebracht oder Rechner infiziert werden sollen. Ich hab mir die Liste durchgesehen, einiges davon ist bei uns ebenfalls denkbar, anderes betrifft wohl eher Nordamerika.

1. iPad Offer Scams: Bei uns durchaus denkbar. Im Grunde geht es darum, dass man ein  hochpreisiges Produkt (iPad, Konsolen, Smartphones usw) unglaublich billig erhalten kann. Spammer könnten das iPad beispielsweise als Prämie aussetzen, wenn man irgendetwas mit der Kreditkarte kauft. Der Spammer hat dann die Kreditkarteninfos, der Nutzer kriegt nichts. Potential: Sehr hoch, besonders vor Weihnachten.

2. „Ich wurde überfallen, schickt Geld“: Diebe schicken eine Nachricht, dass ein Familienmitglied angeblich im Urlaub ausgeraubt wurde und jetzt Geld per Money Order braucht. Ziel sind laut McAfee v.a. ältere Personen. Potential: Niedrig. Geld sollte man nur schicken, wenn man persönlich mit dem Freund/Verwandten geredet hat.

3. Falsche Grußkarten: Ähnlich wie bei 1., Nutzer sollen etwas mit Kreditkarte kaufen um dann eine kostenlose Grußkarte zu kriegen. Daten landen beim Spammer/Phischer, etc. Potential: Möglich, wobei ich das bei uns noch nicht gesehen habe.

4. Holiday-Jobs als Zusatzverdienst: Betrüger bieten gut bezahlte Jobs an, die man von daheim erledigen kann. Potential: Stets hoch. Es geht hier oftmals um Geldwäsche, etwa indem Beträge auf ein Konto überwiesen werden, die man dann abzüglich einer Kommissur weiterleiten soll, entweder per Überweisung oder Money Order.

5. Smishing: Phishing-Attacken mit SMS. Habe ich bei uns noch wenig gesehen, liegt vermutlich auch daran, dass es kaum noch deutsche Free-SMS-Versender gibt. Potential: Niedrig. Gefährlicher sind da eher so SMS Abzock Angebote.

6. Zu gute Urlaubsangebote: Die Betrüger setzen darauf, dass die Leute über Weihnachten mal ausspanne wollen, vermieten etwa günstig Häuser und Apartments, wollen aber eine Vorauszahlung per Kreditkarte oder am besten Money Order. Potential: Hoch, gefährdet sind vor allem Schnäppchenjäger.

7. Kredit-Scams: In den USA scheint während der Rezession scheinbar die Abzocke mit Krediten deutlich gestiegen zu sein. Potential: Niedrig – allerdings sollte man sich auch bei uns bei  zu guten Kreditangeboten skeptisch sein.

8. Grußkarten mit Malware: Braucht man nicht viel dazu sagen, hinter Links zu angeblichen Grußkarten versteckt sich in Wahrheit ein Malware-Downloader. Potential: Sehr hoch.

9. Zu gute Angebote: Betrüger manipulieren Auktionsseiten oder setzen eigene Seiten auf und bieten Sachen zu extrem günstigen Preisen an – die Ware kommt dann aber wahrscheinlich nie an. Potential: Sehr Hoch, wegen Weihnachten. Wenn ein Angebot zu gut ist, um wahr zu sein, dann ist es wahrscheinlich meist falsch.

10. Charity Scams: Betrüger gehen mit Namen von Wohlfahrtsorganisationen hausieren und wollen damit Geld eintreiben. Potential bei uns: Im Web gering, an der Haustür eher möglich. Die Polizei in München rät dazu, sich vor dem Spenden über die jeweilige Organisation zu informieren und außerdem den Ausweis des jeweiligen Sammlers zu verlangen.

11. Verseuchte Downloads: Malware statt Video-Codec – nichts neues, das Potential ist stets hoch, vor Weihnachten dürfte es aber noch ein wenig steigen.

12. Ungesicherte WLANs: Addons wie Firesheep machen öffentliche Hotspots ohne Verschlüsselung noch unsicherer, als sie eh schon sind. Wenn man schon an einem ungesicherten WLAN (Cafe, Flughafen, Bahnhof, Zug etc.pp.) online gehen muss, dann bitte nur mit zusätzlichem VPN. Potential: Dank Firesheep sehr hoch. Firefox-Nutzer sollten zusätzlichdas Addon HTTPS Everywhere von der EFF nutzen.

Grundsätzlich sollte man vor allem jetzt auf das eigene Bauchgefühl vertrauen und misstrauisch sein. Was mir allerdings in der Auflistung fehlt sind

13. Attacken über Facebook: Das komplette Jahr über toben sich kriminelle mit gefakten Links und Videos auf dem Social Network aus, warum sollte das zu Weihnachten anders sein?

Wer Opfer einer solchen Attacke ist, normalerweise helfen Polizei, Bank und die jeweiligen Verbraucherstellen, um verlorenes Geld zurückzukriegen. Ansonsten hilft der gesunde Menschenverstand, eine aktualisierte Sicherheitssoftware und Misstrauen bei zu guten Angeboten.

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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