Comic

Comic Review: STAR WARS OMNIBUS: Infinities – Was Wäre Wenn…

Der Titel von Star Wars Omnibus Infinities von Dark Horse Comics. (Quelle: Dark Horse)

Diesen Beitrag schlägt ein wenig in die “Disney übernimmt Lucasarts”-Kerbe. Vor kurzem kam von den netten Pressemenschen von Dark Horse Comics der Sammelband „Star Wars Omnibus: Infinites“ als Presse-Preview. Die Idee dahinter ist vielversprechend: Der Sammelband erzählt, wie die Star Wars Geschichte abgelaufen wäre, falls verschiedene Aspekte der Story anders geschehen werden.

Vorsicht: Die Beschreibungen und das Review enthalten naturgemäß SPOILER.


Die erste Geschichte siedelt sich in „New Hope“ an. Luke ist im Anflug auf den Todesstern und schaltet sein Zielsystem ab, um sich von der Macht leiten zu lassen. Der Torpedo geht auch in den Schacht, allerdings explodiert er kurz vor seinem Ziel. Das hat zur Folge, dass der Todesstern seine Hauptwaffe auf Endor Yavin 4 (oh Gott. Mein Fehler.  Mea culpa, mea maxima culpa, danke an Julius)  abfeuern kann, wenn auch nur mit minimaler Leistung (was reicht, um so ziemlich alles auf der Oberfläche zu vernichten).

Der Titel von Star Wars Omnibus Infinities von Dark Horse Comics. (Quelle: Dark Horse)
Der Titel von Star Wars Omnibus Infinities von Dark Horse Comics. (Quelle: Dark Horse)

Leia entkommt mit einem Konvoi knapp der Zerstörung, wird aber vom Imperium festgenommen. Leia wird anschließend von Vader auf Coruscant einer Gehirnwäsche mit anschließender Ausbildung unterzogen, während der Todesstern wenigen verbleibenden Rebellen in Zaum hält. Han und Luke entkommen nur knapp, wobei Luke sich von Han auf Dagobah absetzen lässt, um mit Joda zu trainieren (die letzte Anweisung Obi Wans, den er kurz nach der Flucht in einer Vision sah). Er trifft Joda und startet sein Training. Han und Chewie verschwinden in die Tiefen des Weltraums und halten sich mehr schlecht als recht mit Schmuggeln über Wasser.

Fünf Jahre später: Das Imperium hat seinen Griff gefestigt und feiert den fünften Jahrestag der Zerstörung der Rebellion, zusammen mit einer großen Parade. Dabei wird der Todesstern in „Justice Star“ umbenannt und soll die Sonne von Coruscant verdunkeln. Diese Parade nutzen Luke, Han, Chewie, Joda und R2D2 für ihre Attacke – aber haben sie auch die Rechnung mit einer Imperiums-treuen Leia gemacht?

Der zweite Teil ist „Empire Strikes Back“. Hier startet die alternative Storyline mit einem Trommelschlag: Luke wird beim Ausflug wieder von einem Eismonster attackiert, Han reitet nachts raus, um ihn zu retten. Er findet ihn auch – aber es ist zu spät: Luke erfriert. Mit seinem letztem Atemzug bittet er Han, nach Dagobah zu gehen und Joda aufzusuchen. Ihr Weg führt sie über Cloud City auf Bespin wo Boba Fett (ohne Helm und mit massig Narben, sehr cool) auf sie lauert und Han zu Jabba bringen will.

Die Flüchtenden landen auf Dagobah und zu Hans Überraschung will der Jedi-Master nicht ihn sondern Leia trainieren wird. Darth Vader setzt seine Suche nach Skywalker fort, ohne zu wissen, dass Luke tot ist und er eigentlich hinter Leia her ist. Das führt zu einer Konfrontation zwischen Joda und Vader auf Dagobah (bei dem auch Obi Wan, Mace Windu und Qui-Gong eingreifen.

Der dritte Teil ist „Return of the Jedi“. Hans Befreiung aus Jabas Palast geht gründlich schief, C3PO wird dabei in die Luft gesprengt und Boba Fett entkommt mit Han. Das Team macht sich auf die Suche nach Fett. Währenddessen verpasst es Luke allerdings, Joda erneut aufzusuchen und sein Training abzuschließen – der Jedi-Master stirbt allein.

Boba Fett flüchtet sich nach Endor und verbirgt sich samt Harn in Karbonit in der Bodenstation des Schildes, das den zweiten Todesstern schützt. Leia, Chewie und Lando folgen ihm nach, während Luke doch noch nach Dagobah aufbricht um zumindest mit Jodas Geist zu reden. Auf dem Rückweg wird er auch prompt von Vaders Flaggschiff aufgespürt und per Tractor Beam an Bord geholt. Mei Luke, was kannst du eigentlich?

Das Team um Leia kann Boba Fett besiegen und bringt den karbonisierten Han zum Rebel High Command. Dort kann er zwar befreit werden, allerdings war er zu lange eingefroren. Zu den Langzeitschäden gehört, dass er wohl sein Augenlicht nicht wieder erhalten wird. Während das Rebel Central Command die Attacke auf den Todesstern (im Bau) plant, erhält Leia eine aufgezeichnete Nachricht von Luke, in der er ihr erklärt, dass sie Bruder und Schwester sind. Leia stielt anschließend Boba Fetts Schiff um ihn zu befreien (und lässt den blinden und offensichtlich depressiven Han zurück).

Die Falle des Imperators schnappt wie im dritten Film zu, der Todesstern ist voll einsatzbereit und wird von einer Armada unterstützt, als die Rebellenflotte den Angriff fliegt. Zusätzlich sind sowohl Luke wie auch Leia in der Gewalt des Imperators. Während des Kampfes zwischen Luke, Vader und Leia schaffen es die zwei, Darth Vader umzustimmen und seine gute Seite wiederzubeleben. Zeitgleich kann das Trio Lando, Chewie und Han (der einfach blind feuert) den Schildgenerator mit Hilfe des Millenium Falcon ausschalten und so den Weg für die direkte Attacke freimachen. Leia und Luke fliehen mit Vader – aber auch Imperator Palpatine kann sich absetzen.
Die finale Szene zeigt einen weißen Vader, der sich zusammen mit unseren Helden auf die Jagd nach Imperator Palpatine macht.

Fazit:

Die alternative Geschichte zu New Hope ist für mich die beste Story in den Infinities. Alle anderen, vor allem Empire Strikes Back wirken im Vergleich dazu irgendwie schwacher. Allerdings hatte ich gehofft, dass sich die Änderung einer Geschichte durch alle drei Teile durchzieht, leider sind die Infinities stattdessen in sich geschlossene Comics. Beim Umfang gibt es wenig zu meckern: Jede Geschichte ist 90 Seiten oder länger lang, der komplette Band schafft es mit Cover-Varianten auf 282 Seiten. Bei Amazon ist der Ombinus-Band für 19,55 Euro vorbestellbar, ausgeliefert wird er Ende Februar 2013. Das ist ein durchaus guter Preis, dafür kriegt man einiges.

Ich fände es großartig, wenn Disney den Mut hätte, diese Storyline aufzugreifen. Meiner Meinung nach wäre so etwas Ähnliches möglich wie beim Reboot von Star Trek: Man hat die beliebten Charaktere und das bekannte Setting, schafft aber einen komplett eigenständigen Film. Die Verneigung vor dem Original ist da, vor allem die alternative Geschichte von New Hope würde mich aber deutlich mehr reizen als etwa ein Reboot der Original-Triologie.

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

6 Kommentare

Hier klicken um zu kommentieren

  • Cool! Danke für den Bericht. Ich glaub ich werd mir das Buch holen.

    Aber ich muss sagen, ich fände es blöd, wenn Disney in den neuen Star Wars Filmen eine alternative Zeitlinie erschaffen würde. Wobei ich schon auch zugeben muss, dass ich nicht den geringsten schimmer habe, was groß in denen neuen Filmen kommen soll.

    • Mein Favorit wäre ja ein Film aus dem Extended Universe, also nach der Zerstörung des zweiten Todessterns. Etwa die Thrawn-Triologie, die wäre genial. Aber das ist halt auch mutig und ich weiß nicht, ob Disney das Zeug dazu hat. So eine Verfilmung eines alternativen Systems wäre meiner Meinung nach ein guter Weg, um das Wasser zu testen. Mal schaun, ich bin auf alle Fälle gespannt.

  • Ich hätte da mal eine Frage: Wurde da bei A New Hope der Stützpunkt der Rebellen nach Endor verlegt? Oder wird dann vom ersten „Justice star“ (sehr schön, noch besser wäre „Freedom fries…äh…star“) Yavin 4 zerstört und es war ein….ääähhhmmm….Schreibfehler Deinerseits?
    Dass es sich dabei um abgeschlossene Geschichten ohne Bezug zueinander handelt, ist unverständlich und m.E. auch ziemlich dämlich. Würde die komplette Trilogie stringent neu erzählt, würde niemand Luke in der Mitte sterben lassen. Insofern erscheinen mir diese abgeschlossenen Neufassungen ziemlich sinnfrei.
    Zu den angekündigten Filmen: Thrawn wäre witzig, aber gewagt. Außerdem würde es vom Alter der Darsteller nicht ganz hinhauen. Neubesetzungen der alten Rollen lehne ich ab! Ich trau diesen Leuten noch nicht. Am Ende wollen’s uns dann Ryan Gosling oder – FSM bewahre! – Channing Tatum als Han Solo vorsetzen. „Das Erbe der Jedi-Ritter“ ginge auch noch, auch wenn’s sehr umfangreich ist. Mein Tipp sind trotzdem noch völlig neue Bücher, von welcher Qualität dann auch immer…

    • Oh Gott. Natürlich auf Yavin – habs geändert.
      Ja, bei Disney muss man vorsichtig sein – aber die Avengers haben eigentlich gezeigt, dass es auch gut gehen kann. Hoffentlich seh ich was auf der Comic Con.

      • Stimmt schon. Ich hege allerdings den Verdacht, dass die Qualität bei der Umsetzung solcher Universen sehr an den beteiligten Personen (Regisseur, Produzent, Autor, auch evtl. Darsteller) hängt. Und da Disney derzeit so ziemlich jeder abspringt (JJ Abrams) bzw. keine Zeit hat (Joss Whedon), der so was vernünftig anpacken könnte, bin ich unsicher. Ich krieg Gänsehaut, wenn ich dran denke, dass jemand wie Gore „gay pirates are cool“ Verbinski da rankommen könnte. But, who knows? Erstmal sollen’s ein gscheites Drehbuch bzw. überhaupt nen Pitch, wie/wo/wann’s weitergehen soll, präsentieren, dann sehma weiter.
        Aber ich bin vorsichtig optimistisch. Es kann nur besser sein, als das, was Lucas fabriziert hätte. Indy 4 is all I’m saying…

        Edit: Upvote für Fehlerkorrektur 😉

  • Ich denke auch, dass alle am besten mit der Triologie von Timothy Zahn leben könnte.
    Ich könnte das auf jeden Fall. Ein toter Luke und ein depressiver Han wird Disney sich nicht trauen.

Werbung

Archive

banner