Corporate Publishing

Anmerkung: Oh Gott, der Ausverkauf der Prinzipien

Hi zusammen,

heute ging der erste Artikel online, den ich nicht selbst geschrieben habe, sondern der von einer Firma in Auftrag gegeben wurde. Der Beitrag zu den SSL-Zertifikaten kommt von extern, genauer gesagt Host Europe. Warum mach ich sowas? Und verkaufe ich damit nicht meine Integrität?

Jeder, der ein Blog länger betreibt, dürfte die Anfragen von Firmen für „Kooperation“ kennen. Normalerweise sehen die so aus: Firma schickt Werbetext mit diversen Backlinks, Blogger kriegt Geld, Nutzer haben nichts davon.

Ich habe mir seit langem angewöhnt, diese Anfragten aus Spaß zu beantworten (hey, ich arbeite daheim, Abwechslung ist wichtig). Ich sage grundsätzlich zu, verlange aber hohe Hürden (darunter auch *gasp* „Thematisch relevant. Sprich, Ihr Thema, das zu Nerd-Supreme passen sollte, wird journalistisch aufbereitet. Was ich nicht will ist ein plumper Pressetext der mit Links vollgestopft wird, um eine andere Seite zu promoten.“)

Normalerweise reicht diese Antwort aus, dass nie wieder etwas kommt. Nicht so bei dem Text hier. Die waren wirklich zäh und sind auf meine Forderungen eingegangen. Ich habe nach ein paar Wochen den ersten Text erhalten und sofort zurückgeschickt, weil er einfach nicht gepasst hat.

Darauf kam dieser Beitrag – den habe ich noch im Eingangsbereich etwas gekürzt, an sich finde ich ihn aber nicht schlecht, im Gegenteil. Für eine Einführung zum Thema ist er in Ordnung (sollte er nicht in Ordnung sein oder faktische Fehler enthalten, bitte schreibt einen Kommentar). Und ja, ich habe Geld dafür bekommen. Aber das geht in die Hosting-Kosten von Nerd-Supreme und wir haben alle etwas davon.

Keine Angst, der Artikel ist in erster Linie ein Versuchsballon (dafür hab ich das Blog schließlich), das wird (wahrscheinlich) kein fester Bereich. Ich habe für diese Art der Beiträge die Kategorie und den Tag „Corporate Publishing“ eingetragen, damit ihr klar sehen könnt, dass es sich um Auftragsarbeiten handelt. Außerdem ist die Firma als Autor eingetragen.

Was meint ihr? Vorgehen OK oder nicht akzeptabel?

 

Über den Autor

Moritz Jaeger

Mo steht für Moritz Jaeger. Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

4 Kommentare

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  • Wenns erklärt wird, ist’s ok. Ich bin immer genervt, wenn eigentlich gute Blogs ohne Erklärung Werbung posten. Meist wird es dann auch schnell eher mehr als weniger.

    Interessieren tut’s mich hier allerdings nicht. Nicht nur aus Prinzip, sondern auch das Thema an sich.

    Ich finde aber gut, wenn Leute, die guten Content produzieren, auf ihren Kosten nicht ganz sitzen bleiben. Eine Zeit lang hatte jeder diesen Knopf da unten drin, der Geld auf die Blogger verteilen sollte, die man liest. Den Namen habe ich vergessen. Und mittlerweile hat das Internet diesen Dienst vergessen.
    Im Internet herrscht halt die Umsonst-Mentalität, aber jeder will von dort guten Content. Wenn das Geld stimmt und die Seele nicht verkauft wird, dann poste ruhig halbwegs relevante Themen gegen Bares. Solange man dazwischen noch den eigentlichen Grund, warum den Blog liest, findet, dann gönne ich Dir die geldliche Zuwendung.

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