Warum ich kein Fan von Kim Dotcom bin

Der Herr Schmitz aka Kim Dotcom aka Kimble ist mal wieder unterwegs. Mit großem Getöse kündigt er Meganet an. Wie immer legt er sich dann gleich mal mit der MPAA an und tweetet: „globales, dezentralisiertes, nicht IP-basiertes, verschlüsseltes Hochgeschwindkeits-Meganet für Dateiübertragung und Streaming gefallen? Kommt 2014.“ Ganz ehrlich? Gähn. Ich halte den Herrn Dotcom nicht für unseren Internetheiland und Retter der Entrechteten. Ich halte ihn eher für jemanden, der vor allem laut auftritt und coole Dinge verspricht. Mega.com ist nett, aber nicht wirklich innovativ. Herr Dotcom ist inzwischen bei Mega raus und kommt vor allem durch Versprechungen wieder in die Presse. Wie etwa Baboom, ein Musikdienst, bei dem Künstler echt viel verdienen können und so. Im September 2013 auf Torrentfreak kurz angeteasert, anschließend nie wieder etwas gehört. Und sonst? Jetzt will er einfach mal eine Alternative zum Internet aus dem Hut ziehen. Oh, und eine Partei in Neuseeland in den Wahlen losschicken.

Ich erinnere mich an Herrn Dotcom noch, als er sich Kim Schmitz und Kimble nannte. Um die Jahrtausendwende herum hat er sich sehr gut als „Hacker“ in die Medien gebracht. Möglich, dass er damals ein 1337-Haxor war, laut der Wikipedia hat er in jedem Fall ein paar Dinge auf dem Kerbholz, darunter die vermeintliche Rettung von LetsBuyIt.com (ich erinnere mich an einen Medienhype rund um ihn). Er mochte schon immer den großen Auftritt, etwa als er ein Kopfgeld auf Osama Bin Laden aussetze oder mit seinen Auftritten beim Cannonballrun. Meine Meinung dazu? Das alles ist vor allem eine Selbstdarstellung. Ich mag das nicht.

Lest euch einfach mal den Wikipedia-Eintrag zu Kim Dotcom durch. Und die Daten, die Attrition.org zusammengestellt hat. Das gibt meiner Meinung nach einen guten Überblick über Herrn Dotcom. Und wenn die nächste Ankündigung von ihm kommt (oder das nächste Magazin über einen seiner tollen Pläne berichtet), dann erinnert euch daran und nehmt den Beitrag, wie der Latiner sagt, Cum Grano Salis.

Sollte er es allerdings schaffen und wirklich ein alternatives Internet auf die Beine stellen, dann würde ich meinen Hut ziehen. Aktuell besitze ich aber keinen Hut. Und ich glaube nicht, dass ich demnächst einen benötige.

Mir geht es nicht um einen Flame-War oder darum, Herrn Dotcom niederzumachen. Ich schmunzle einfach über seine Ankündigungen und denke mir „Jaja, mach nur“. Bislang konnte mich keiner seiner Pläne und keiner seiner Dienste von ihm überzeugen.

Oh, und wegen dem „Meganet“? Da setze ich meine Hoffnungen lieber auf Initiativen wie das Meshnet oder bestehende Lösungen wie TOR.

Bild-Credit: Wikipedia, basierend auf den Nutzern Andreas Bohnenstengel und Ianmacm

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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