Filesharing: Legale Alternativen zu P2P und Torrent-Downloads

Heute hat der Bundesgerichtshof geurteilt, dass Eltern für die Filesharing-Aktionen ihrer Kinder haften, sofern sie diese nicht nennen wollen.

Nun gut, Filesharing schadet natürlich der Industrie, das ist ganz klar. Allerdings sollte jeder auch die genauen Umstände kennen: Problematisch für das Urteil (und viele, viele andere Abmahnungen) ist nicht der Download an sich, sondern das Anbieten der Inhalte.

P2P-Plattformen wie Torrents (dazu gehört etwa auch Popcorntime) oder Kazzaa (gibt es das noch) sind deswegen so im Visier, weil jeder Nutzer automatisch die heruntergeladenen Dateistücke auch für andere bereitstellt. Damit bietet er die Inhalte zum Download an. Also, liebe Eltern und Kinder: P2P nur für legale Dinge nutzen, etwa Linux-Distributionen oder Wikileaks-Archive.

Tatsächlich ist es glücklicherweise inzwischen enorm einfach, legal Musik und Videos zu sehen oder zumindest nicht als Anbieter aufzutreten. Ein paar Tipps:

Musik:

Ah, Musik. Früher waren Songs das Download-Thema Nummer 1, inzwischen sollte eigentlich keiner mehr Musik ziehen müssen. Warum? Weil es nie einfacher war, an solche Inhalte zu kommen. Da wären die Platzhirsche Spotify und YouTube, beide haben einen so fetten Katalog, dass jeder etwas finden sollte. Ein Tipp: Es ist völlig legal, Musik aus Spotify, aus Radio-Streams oder von YouTube aufzunehmen (solange ihr sie nicht wieder zum Download anbietet). Software wie Recordify übernimmt das für euch automatisch.

Videos:

Deutlich schwerer. Streaminganbieter gibt es viele, allerdings muss man bei jedem dann wieder Mitglied sein. Ich persönlich mag Netflix und Amazon Prime, die decken meinen Hauptbestandteil an Sachen ab. Und dann haben wir da wieder YouTube und die diversen Streaming-Portale. Denkt daran, wer Dinge nur herunterlädt, der bietet nicht an.

Ein sehr cooles Tool in diesem Zusammenhang ist YouTube-DL. Lasst euch vom Namen nicht verwirren, das Tool kann noch mehr Webseiten, darunter etwa die Mediatheken von Twitch, ARD, ZDF oder ARTE Kurz gesagt, das Tools ist der absolute Wahnsinn. Es lädt komplette Playlisten oder einzelne Videos herunter und ist absolut einfach zu bedienen. Schaut es auch an, ihr wollt das bald nicht mehr missen. Und wenn ihr kein Fan von Kommandozeilen oder Terminals seid, es gibt auch eine GUI.

Usenet:

Und dann haben wir da noch das Usenet. Lang vor den Tauschbörsen gab es diesen Verbund von Systemen und er ist noch immer aktiv. Damit man an die Binärdateien kommt, benötigt man meist einen Zugang. Ein guter Start dafür ist das Wiki des Usenet-Reddits. Das klärt auch einige Fragen wie: Welchen Anbieter sollte ich nehmen, brauche ich einen Indexer, ist Usenet sicher? Denkt dran, auch hier gibt es urheberrechtlich geschütztes Material, bei einem Download – und vor allem bei einem Upload – macht ihr euch strafbar. Die Nutzung des Usenets an sich ist nicht illegal – achtet auf alle Fälle auf eine verschlüsselte Verbindung zum jeweiligen Anbieter.

Vorgehen bei Abmahnungen:

Und was, wenn doch eine Abmahnung hereinflattert? Dann bleibt ruhig und holt euch einen Anwalt. Die Chip hat einen guten Artikel erstellt, wie ihr euch verhalten solltet.

Nochmals: Das einfachste ist, vom Download von Musik und Co abzusehen. Spotify kostet als Premium 9,99 pro Monat, Amazon Music, Apple Music usw kosten nicht mehr. Bei Videos ist es ähnlich, Netflix und Amazon haben inzwischen eine echt gute Auswahl.

Affiliate:

Wenn ihr Nerd-Supreme unterstützten wollt, dann testet Amazon Music Unilimited über diesen Link.

Über Moritz Jäger

Ich bin freier Journalist aus München und schreibe unter anderem für den TecChannel, ComputerWoche, GameStar, PC-Welt, CIO, ZDNet oder Security-Insider. Dieses Blog ist privat, hier geht es vor allem um Themen rund um IT, Geek-Kultur oder Comics. Außerdem probiere ich hier immer wieder neue Möglichkeiten aus, es kann also sein, dass ein paar Dinge nicht so hipp/schön/ausgereift sind – aber dafür sind Blogs ja da.

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